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N° 20–2014: Presseeinladung zum Start des letzten ATV

15 Juli 2014

Ende einer Ära, aber auch Beginn eines neuen Kapitels für die bemannte Weltraumexploration.

Das fünfte und letzte ATV soll in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli an Bord einer Ariane-5 ES von Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana aus gestartet werden. Die letzten Sekunden des Countdowns laufen am 24. Juli 22.43 Ortszeit bzw. am 25. Juli 3.43 Uhr MESZ. Das automatische Transferfahrzeug wird anschließend am 12. August an der Internationalen Raumstation ISS andocken und sechs Monate später wieder in die Erdatmosphäre eintreten und damit das ATV-Programm mit einem Himmelsfeuerwerk planmäßig zu Ende führen.

Das ATV ist das bisher komplexeste in Europa gebaute Raumfahrzeug: Es vereint vollautomatische Anflugmanöver mit fortschrittlicher Technik zur Gewährleistung der menschlichen Sicherheit am Boden wie im Orbit.

Das vielseitig einsetzbare ATV ist seit seinem ersten Flug im März 2008 ein unverzichtbarer Bestandteil der Internationalen Raumstation. Im Vergleich zu den anderen Versorgungsfahrzeugen des orbitalen Außenpostens verfügt es über die größte Frachtkapazität, transportiert sowohl trockene als auch flüssige Ladungen und kann die Raumstation auf eine höhere Umlaufbahn anheben, um deren durch die atmosphärische Reibung bedingtes Absinken wieder auszugleichen.

Obwohl das ATV nicht für bemannte Taxiflüge konzipiert wurde, kann es als voll mit Druck beaufschlagtes, an der Raumstation befestigtes Modul von der ISS-Mannschaft als vollwertiger Stau- und Arbeitsraum genutzt werden. Am Ende seiner sechsmonatigen Mission wird das ATV mit Raumstationsmüll beladen von der ISS abdocken und bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem menschenleeren Südpazifik verglühen.

Benannt ist der Frachter dieses Mal nach dem belgischen Wissenschaftler Georges Lemaître, der als Begründer der Urknall-Theorie gilt. Neben seinen Hauptfunktionen wird das ATV-5 auch zur Erprobung von Geräten und Verfahren für künftige Raumtransporte eingesetzt. Zu den Experimenten an Bord zählt etwa der experimentelle Laserinfrarotbildsensor LIRIS zur Entwicklung von Lenkungs-, Navigations- und Steuerungssystemen für Anflüge an unkooperative Ziele wie Weltraummüll und Asteroiden.

„Georges Lemaître mag zwar das letzte ATV sein, das ATV-Programm als Ganzes stellt jedoch für die ESA nur den ersten wichtigen Schritt für weitere Abenteuer auf dem Gebiet des bemannten Raumflugs dar“, so Thomas Reiter, ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt und Betrieb. „Mit dem ATV-Programm wurden Schlüsseltechnologien entwickelt, die uns bei den künftigen Herausforderungen, die es in der bemannten Raumfahrt zu meistern gilt, als solide Grundlagen dienen werden.“

So kommen ATV-Technologien beim Entwurf des europäischen Versorgungsmoduls für Orion, das Mehrzweck-Mannschaftsfahrzeug (MPCV) der NASA, zum Einsatz, das Astronauten und andere Fracht bei künftigen Explorationsmissionen über die Erdumlaufbahn hinaus befördern soll.

Die ESA hat sich zunächst auf die Auslieferung von zwei Modulen für Orion verpflichtet: eines für den Jungfernflug 2017 und das zweite für die erste operationelle Mission 2021. Die vorläufige Entwurfsüberprüfung wurde am 23. Mai abgeschlossen.

Die Technologien des ATV könnten jedoch auch noch auf anderen Gebieten zum Einsatz kommen, wie etwa die Rückführung von Proben aus dem Weltraum, Abschleppmanöver und Versorgungs- und Reparaturmaßnahmen im Orbit. Die für das Programm geschaffenen Kontrolleinrichtungen, Simulatoren und anderen Geräte könnten in künftige Raumtransportvorhaben eingebunden werden.

Hauptindustriepartner bei der ATV-Fertigung ist Airbus, während Thales Alenia Space Italien die Verkleidung und die Ladebucht liefert. An dem Programm nehmen mehr als drei Dutzend Unternehmen aus 10 europäischen Ländern, Russland und den USA teil. Die Zahl der in der ESA und der Industrie eingebundenen Personen beläuft sich auf etwa 2000.

Berichterstattung zum Start

Medienveranstaltung

Planetarium Brüssel, Boechoutlaan/Avenue de Bouchout 10, B-1020 Brüssel; Tel.: +32 2 474 70 50, Öffnungszeiten: 2-5 Uhr MESZ.

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei:
Anna Jacobs, Kommunikationsbeauftragte, E-Mail: anna.jacobs@esa.int, Handy: +31 6 5234 5872

ESA TV

ESA TV wird gemeinsam mit Arianespace Fernsehsendern kostenlos einen Live-Videostream des Starts zur Verfügung stellen. Darüber hinaus wurden mehrere Filmbeiträge über die Mission ATV-5 und die weitere Nutzung der ATV-Technologien vorbereitet. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.esa.int/esatv/Television.

ESA-Portal

Auf www.esa.int können der Start live über Videostreaming und aktuelle Beiträge hierzu mitverfolgt werden.

Bildmaterial:

Die neuesten hochauflösenden Aufnahmen finden Sie in der

– Multimediagalerie der ESA: http://spaceinimages.esa.int/Images
– ESA-Fotodatenbank für professionelle Zwecke:

    http://www.esa-photolibrary.com.

Fragen der Medien zu Bildmaterial können an folgende E-Mail-Adresse gesendet werden: spaceinimages@esa.int.

Soziale Netzwerke:

Verfolgen Sie den Start des ATV Georges Lemaîtreüber:

–      Twitter: @ESA, @ESAOperations und den Hashtag #ATV5

–      den ATV-Blog der ESA: http://blogs.esa.int/atv/

–      Flickr mit dem Album zur Startkampagne für das ATV-5: https://flic.kr/s/aHsjLJMWSV

Updates gibt es außerdem auf:

–      Facebook: https://www.facebook.com/EuropeanSpaceAgency

–      Google+: https://plus.google.com/+EuropeanSpaceAgency/

–      Youtube: https://www.youtube.com/ESA

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 20 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Davon sind 18 auch Mitgliedstaaten der EU.

Im Rahmen von Kooperationsabkommen unterhält die ESA Beziehungen zu acht anderen EU-Mitgliedstaaten. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Darüber hinaus arbeitet die ESA mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Weitere Informationen:

ESA - Referat Medienbeziehungen
Email: media@esa.int
Tel: +33 (0)1 53 69 72 99



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