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N° 12–2008: Sentinel-Satelliten - neue Wächter im Weltraum zur Stärkung der europäischen Umwelt- und Sicherheitspolitik

28 Februar 2008

Der Generaldirektor der ESA, Jean-Jacques Dordain, und der Generaldirektor für Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, Heinz Zourek, haben heute in Brüssel eine Vereinbarung unterzeichnet, in deren Rahmen die Europäische Kommission der ESA Mittel in Höhe von 624 Mio. Euro als Beitrag zur Verwirklichung der GMES-Weltraumkomponente (GSC) zuweisen wird. Die Bereitstellung dieser Mittel soll in zwei Schritten erfolgen: 419 Mio. Euro für Programmteil 1 und 205 Mio. Euro für Programmteil 2 des GSC-Programms. Programmteil 2 dürfte darüber hinaus auf der ESA-Ministerratstagung im November 2008 weitere Beiträge von den ESA-Mitgliedstaaten erhalten.

„Diese Unterzeichnung ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer immer engeren Partnerschaft zwischen der ESA und der EG, die die Entwicklung gemeinsamer Programme zum Nutzen aller Bürger in Europa voranbringen wird. Im Einklang mit dem Rahmenabkommen zwischen der ESA und der EG und der im Mai 2007 angenommenen Europäischen Raumfahrtpolitik wird die ESA die Weltrauminfrastruktur, d. h. die Sentinel-Satelliten, entwickeln und bereitstellen. Diese entsprechen den von der EG festgelegten Anforderungen an die GMES-Dienste, die der Überwachung der Umwelt und Sicherheit, zwei Hauptanliegen unserer Bürger, dienen werden“, erklärte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. Es sei daran erinnert, dass die ESA-Mitgliedstaaten für Programmteil 1 in zwei Schritten (2005 und 2007) bereits 758 Mio. Euro zur Verfügung gestellt haben.

Die heute geschlossene Vereinbarung sowie der Finanzbeitrag der ESA-Mitgliedstaaten ermöglichen der ESA die Entwicklung und den Start der ersten drei Sentinel-Satelliten (Sentinel-1, -2 und -3), die Errichtung des dazugehörigen Bodensegments für den Empfang und die Verarbeitung der von den Sentinel- und anderen Satelliten stammenden Daten sowie ihre Verteilung an die Nutzer und legen ferner den Grundstein für weitere Programmteile.

Umwelt- und sicherheitspolitische Fragen stehen heute in Europa auf der Tagesordnung an vorderster Stelle. Operationelle Informationsdienste werden sowohl von den Nutzern als auch den Entscheidungsträgern benötigt, um die Umwelt auf unserem Planeten wirksam zu schützen, die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und einzudämmen und die zivile Sicherheit für Europas Bürger zu gewährleisten. GMES gibt europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Einrichtungen die betriebliche Grundlage für genaue, aktuelle und weltweit verfügbare Informationen und ermöglicht ihnen somit, Dienste und Anwendungen zur Landflächen-, Meer- / Ozean- und Atmosphärenüberwachung sowie für Notfalldienste und Sicherheit zu entwickeln.

Der für Unternehmen und Industrie zuständige Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen gab zu Wort: „Verbesserte GMES-Kapazitäten sind für unsere Umwelt- und Sicherheitspolitik von entscheidender Bedeutung. Ich begrüße die heutige Vereinbarung, weil unsere Bürger ein Anrecht auf sicheres Leben und verlässliche Umweltinformationen haben. Darüber hinaus eröffnen sich unserer Industrie - auch den KMU - beachtliche Perspektiven.“

Die unter der Leitung der EU stehende und in Zusammenarbeit mit der ESA verwirklichte GMES-Initiative zur Globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung zielt auf den Aufbau einer integrierten Umweltüberwachungskapazität mittels Bündelung boden- und weltraumgestützter Beobachtungen ab.

Die schrittweise Verwirklichung von GMES wird durch die gemeinsamen Tätigkeiten und Investitionen der Mitgliedstaaten der EU und der ESA ermöglicht. GMES bildet nach dem Navigationssystem Galileo das zweite Flagschiff der Europäischen Raumfahrtpolitik.

Die EU ergreift - insbesondere bei GMES gestützt auf die Europäische Raumfahrtpolitik - die Initiative zur Ermittlung und Bündelung des Nutzerbedarfs sowie zur politischen Willensbildung im Dienste weiter reichender politischer Ziele. Sie wird die Verfügbarkeit und Kontinuität operationeller Dienste zur Unterstützung ihrer verschiedenen Politikbereiche gewährleisten und trägt zu der Entwicklung, der Errichtung und dem Betrieb der dazugehörigen europäischen Weltrauminfrastruktur bei, wobei bestehende und geplante Kapazitäten in Europa, einschließlich EUMETSAT, in größtmöglichem Umfang genutzt werden sollen.

Zu den Aufgaben der ESA gehört die bedarfsgemäße Durchführung der GMES-Weltraumkomponente, d. h. die Entwicklung der Satelliten der Sentinel-Baureihe und ihres Bodensegments und die Koordinierung des Datenzugangs zu diesen Satelliten und anderen Missionen, die überwiegend von den Mitgliedstaaten der ESA initiiert wurden, um so zur Erfüllung der Anforderungen an die GMES-Dienste beizutragen.

Sentinel-1 ist eine wetter- und beleuchtungsunabhängige bildgebende Radarsatellitenmission für Land- und Ozeandienste, Sentinel-2 eine Mission für hochauflösende optische Abbildungen für Landdienste und Sentinel-3 ein Satellit zur globalen Überwachung von Ozeanen und Landflächen, ausgestattet mit einem Instrumentenpaket zur Höhenmessung.

Weitere Auskunft erteilt:

Josef Aschbacher

Leiter des GMES-Weltraumbüros der ESA

ESA / ESRIN

Tel.: +39 06 94 18 87 00, Sekretariat: +39 06 94 18 87 01

Fax: +39 06 94 18 87 02

Weitere Informationen:

ESA - Referat Medienbeziehungen
Tel: +33.(0)1.5369.7299
Fax: +33.(0)1.5369.7690



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