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N° 60–2002: Was tun, um nicht wie die Dinosaurier zu enden?

25 September 2002

Meldungen über Asteroiden oder Kometen auf Kollisionskurs mit der Erde kommen allemal gelegen, um die Nachrichtendürre im Sommer zu überwinden. Ist an diesen Unheilsbotschaften etwas dran, und was unternimmt in diesem Falle die ESA?

Natürlich hätte es apokalyptische Folgen, wenn ein großer Komet oder Asteroid mit der Erde zusammenstieße. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zusammenstoßes ist aber äußerst gering. Die letzte Schreckensmeldung, die durch die Presse ging, wurde von dem Asteroiden 2002NT7 ausgelöst, ein etwa 2 km durchmessendes Objekt, das den ersten Verlautbarungen zufolge am 1. Februar 2019 mit einer Geschwindigkeit von 28 km/s auf der Erde einschlagen soll. Das Ergebnis wären ungeheure Verwüstungen, wenn nicht gar – wie manche Zeitungen prophezeiten – das Ende der Welt.

Zum Glück für die Menschen, die das Jahr 2019 erleben, wird die Gefahr, daß es zu einem solchen Zusammenstoß kommt, inzwischen als vernachlässigbar klein betrachtet. Obwohl in den ersten Schätzungen die Wahrscheinlichkeit noch mit 1:100 000 beziffert wurde, setzen die Wissenschaftler, die diesen neuen Asteroiden – er wurde erst im Juli entdeckt – und seine Flugbahn sehr viel eingehender unter die Lupe genommen haben, sie nun erheblich niedriger an. Asteroiden und Kometen, die auf ihren Bahnen der Erde nahekommen, werden als erdnahe Objekte (Near Earth Objects – NEO) bezeichnet. Objekte mit weniger als 50 m Durchmesser verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Schätzungen zufolge fallen jedes Jahr rund 50 000 NEO-Bruchstücke als Meteoriten auf die Erde – meist zu klein, um Schaden anzurichten.

Glücklicherweise ist ein Zusammenstoß mit der Erde um so weniger wahrscheinlich, je größer ein NEO ist, da schon ein Objekt mit 300 m Durchmesser ein ganzes Land verheeren und beim Einschlag in einen Ozean die gefürchteten Tsunamis auslösen könnte, jene Riesenwellen, die viele Küstenstädte zerstören.

Laut Aussagen der Astronomen schlägt ein NEO mit rund 50 m Durchmesser alle 100 bis 300 Jahre und ein NEO mit 1 km Durchmesser im Abstand von einigen Hunderttausend Jahren auf der Erde ein. Sehr große Zusammenstöße, die den Fortbestand aller großen Landlebewesen gefährden können, treten alle hundert Millionen Jahre auf. Bisher haben die Astronomen 600 NEO mit mehr als 1 km Durchmesser ausfindig gemacht, glauben aber, daß es noch einmal halb so viele gibt, die erst noch aufgespürt werden müssen.

Selbst wenn der tatsächliche Bestand niedriger sein sollte, steht doch fest, daß die Erde früher oder später wieder von einem NEO derselben Größenordnung heimgesucht werden dürfte wie das Objekt, das vor 65 Millionen Jahren vermutlich zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat. Dies bringt uns zur zweiten Frage: Was unternimmt die ESA?

Die ESA und NEOs

Schon seit Jahren fördert die ESA Vorhaben zur Beobachtung und Erforschung von NEOs. Sie ist der Ansicht, daß es sich dabei um Tätigkeiten handelt, die über die nationalen Grenzen hinausgehen und allen Völkern dienen. Außerdem ist im Weltraumforschungsinstitut ESRIN der ESA bei Rom der zentrale Knoten des Spaceguard-Netzes angesiedelt. Diese gemeinnützige wissenschaftliche Privatorganisation fördert und koordiniert die NEO-Forschung in der ganzen Welt.

Die ESA hat nun ein neues Projekt gestartet, um von der Industrie und Hochschulen Vorschläge dafür einzuholen, wie man die Erde am besten gegen NEOs schützen und vor allem mehr über diese in Erfahrungen bringen kann. Der von einem NEO angerichtete Schaden hängt von seiner Einschlaggeschwindigkeit, seiner Größe und seiner Zusammensetzung ab. Je mehr wir hierüber wissen, um so leichter kann entschieden werden, welche uns gefährlich werden können und was am besten gegen sie unternommen werden sollte.

Im Juni trat eine Gruppe von NEO-Sachverständigen zusammen, um die besten sechs Vorschläge auszuwählen. Andrés Gálvez, einer der ESA-Vertreter in der Gruppe, berichtet: „Als Gewinner wurden sechs Vorschläge ausgewählt, deren Missionskonzept zur Beantwortung grundlegender Fragen im Zusammenhang mit der Bedrohung durch NEOs beitragen dürfte: Wieviele NEOs gibt es, welche Größe und Masse haben sie, handelt es sich um kompakte Körper oder lose Gesteinsansammlungen? Diese Informationen und andere Daten werden benötigt, bevor geeignete Abwehrmaßnahmen ausgearbeitet werden können.“

Die sechs Gewinner sind:

Weitere Informationen:

ESA Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +33(0)1.53.69.7155
Fax: +33(0)1.53.69.7690



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