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N° 30–2001: Weitere russische Fluggelegenheiten für europäische Astronauten zur ISS

22 Mai 2001

Italienischer ESA-Astronaut Roberto Vittori als erster ausgewählt.

Der Generaldirektor der ESA, Antonio Rodotà, und der Generaldirektor der russischen Luft- und Raumfahrtagentur Rosaviakosmos, Juri Koptjew, haben vor kurzem eine Vereinbarung unterzeichnet, die europäischen Astronauten die Möglichkeit gibt, im Zeitraum 2001-2006 mit russischen Sojus-Raumfahrzeugen zur Internationalen Raumstation zu fliegen.

Die ESA-Astronauten werden als Flugingenieure sowohl an „Taxiflügen" als auch an „Rotationsflügen" teilnehmen. „Taxiflüge" sind Flüge von kurzer Dauer (7-8 Tage) zur Internationalen Raumstation, bei denen die ständig an die Station angedockte und als Rettungsfahrzeug dienende Sojus-Kapsel ausgewechselt wird. „Rotationsflüge" hingegen dienen der Ablösung der Mannschaft und schließen Langzeitaufenthalte auf der Station von 3 bis 4 Monaten ein.

In dieser Rahmenvereinbarung sind die allgemeinen Grundsätze und Bedingungen der Zusammenarbeit zwischen der ESA und Rosaviakosmos festgelegt, während die Art des Flugs, der Inhalt des Forschungsprogramms und die Kosten für jeden Flug einzeln ausgehandelt werden. Der vereinbarte Flugpreis wird die Kosten für die Ausbildung, die Planung und Vorbereitung der Mission, den Aufenthalt an Bord sowie die Hin- und Zurückbeförderung des für das jeweilige Forschungsprogramm benötigten Versuchsgeräts einschließen. Die Anzahl der Fluggelegenheiten wurde noch nicht festgelegt, dürfte jedoch bei bis zu einer Mission pro Jahr liegen.

Diese Vereinbarung stellt einen wichtigen Schritt zur Erweiterung der Erfahrungen des europäischen Astronautenteams im Umgang mit der Internationalen Raumstation dar, bevor diese mit dem Start des Columbus-Labors der ESA im Jahr 2004 voll für wissenschaftliche Forschung, Erdbeobachtung, Technologieentwicklung sowie materialwissenschaftliche und humanphysiologische Experimente eingesetzt wird. „Die Vereinbarung unterstützt die russische Raumfahrt durch die Beteiligung europäischer Astronauten und ist ein weiteres Zeichen für die immer engere Zusammenarbeit zwischen der ESA und Rosaviakosmos", sagt ESA-Generaldirektor Antonio Rodotà.

Die italienische Raumfahrtagentur ASI hat im Rahmen dieser Vereinbarung bereits die Option für den Flug eines italienischen ESA-Astronauten wahrgenommen. Roberto Vittori, der seit 1998 dem Astronautenkorps der ESA angehört und zum ersten Mal für einen Raumflug ausgewählt wurde*, wird als Flugingenieur an dem ersten verfügbaren Sojus-Taxiflug zur ISS nach Oktober 2001 teilnehmen.

Nähere Auskunft erteilen:

ESA Referat Medienbeziehungen

Franco Bonacina

Tel: +33 1 5369 71 55

Fax: +33 1 5369 76 90

ASI-Pressebüro

Francesco Rea

Tel: +39 06 8567 235

Fax: +39 06 8416 265

Roberto VITTORI

ESA-Astronaut

Angaben zur Person:

Geboren am 15. Oktober 1964 in Viterbo, Italien, verheiratet, zwei Söhne. Hobbies: Fußball, Jogging, Schwimmen und Lesen.

Ausbildung:

Akademie der italienischen Luftwaffe bis 1989. 1990 Pilotengrundausbildung bei der US-Luftwaffe auf dem Stützpunkt Reese in Texas. 1995 Abschluß der Ausbildung als Testpilot in der US Navy Test Pilot School. Teilnahme am Unfallverhütungskurs der italienischen Luftwaffe (Guidonia, Italien) und am Unfalluntersuchungskurs der amerikanischen Luftwaffe (Kirtland, Neu Mexiko) zwischen 1996 und 1997.

Auszeichnungen:

Abschluß der Pilotengrundausbildung auf dem Luftwaffenstützpunkt Reese, Texas, der Ausbildung als Testpilot in Patuxent River, Maryland, und des Kurses an der US-Flugsicherheitsschule auf dem Luftwaffenstützpunkt Kirtland, Neu Mexiko mit Auszeichnung. Medaille der italienischen Luftwaffe für Langzeitdienst (1997).

Berufserfahrung:

Nach dem Abschluß der Pilotengrundausbildung im Jahr 1990 flog Roberto Vittori die Tornado GR1 bei der 155. Staffel, 50. Jagdgruppe, in Piacenza, Italien, von 1991 bis 1994. Während dieser Zeit wurde er in der Luftbetankung bei Tag und Nacht sowie als Formationsführer ausgebildet. 1995 schloß er die Ausbildung als Testpilot in der Test Pilot School der amerikanischen Marine ab. Danach war er bis 1998 im Italienischen Testzentrum als Projektpilot für die Entwicklung des neuen europäischen Jagdflugzeugs „EuroFighter EF2000" tätig.

Von 1996 bis 1998 war er nationaler Vertreter im Forschungs- und Entwicklungsprogramm für den Luft-Luft-Flugkörper BVRAAM. 1997 besuchte er die Flugsicherheitsschule der amerikanischen Luftwaffe und war von 1997 bis 1998 Flugsicherheitsoffizier seiner Gruppe im Italienischen Testzentrum. Außerdem war er Lehrer für Aerodynamik im Unfalluntersuchungskurs der italienischen Luftwaffe.

Roberto Vittori ist Major in der italienischen Luftwaffe. Er hat nahezu 2000 Flugstunden auf über 40 verschiedenen Flugzeugtypen, darunter F-104, Tornado GR1, F-18, AMX, M-2000, G-222 und P-180.

Im Juli 1998 wurde er von der italienischen Raumfahrtagentur ASI in Zusammenarbeit mit der ESA als Astronaut ausgewählt und einen Monat später in das Europäische Astronautenkorps aufgenommen, das im Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln (Deutschland) stationiert ist.

Im August 1998 wurde er zum Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, entsandt und begann seine Ausbildung für Einsätze auf dem Raumtransporter und der Internationalen Raumstation.

Gegenwärtige Tätigkeit:

Roberto Vittori absolviert im Johnson Space Center zur Zeit die Ausbildung zum Missionsspezialisten. Außerdem nimmt er technische Aufgaben in der Abteilung raumtransporter-Betriebssysteme wahr.

Weitere Informationen:

Nähere Auskunft erteilen
Tel: +33(0)1.5369.7155



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