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N° 16–2018: EIB und ESA vereinbaren Zusammenarbeit zur Erhöhung der Investitionen in Europas Raumfahrtsektor

10 July 2018

ESA-Generaldirektor Jan Wörner wurde heute vom Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank (EIB), Ambroise Fayolle, zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung im Namen der beiden Organisationen empfangen.

Darin wird die Absicht der beiden Einrichtungen bekundet, sich gemeinsam für erhöhte Investitionen in den europäischen Raumfahrtsektor einzusetzen und somit Voraussetzungen für das Wachstum und die weltweite Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu schaffen. Ferner soll die Bildung der Grundlagen für Europas Engagement in der Raumfahrt 4.0 und im „New Space“-Bereich gefördert werden.

 

„Ich freue mich sehr über diese Optimierung einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation, die zur Sensibilisierung von Investoren beiträgt und gleichzeitig den Zugang von Raumfahrtprojektträgern zu Finanzierungsinstrumenten verbessert“, begrüßte EIB-Vizepräsident Fayolle das Ereignis. „Die EIB unterstützt nachhaltige Investitionsvorhaben, die zu Wachstum und Beschäftigung in Europa beitragen, wobei der Schwerpunkt auf Innovation und Fähigkeiten u. a. im Raumfahrtsektor, dem Zugang kleinerer Unternehmen zu Finanzierungsmöglichkeiten, Infrastruktur und Klimawandel liegt.“

 

ESA-Generaldirektor Wörner wies darauf hin, dass „diese gemeinsame Erklärung mit der EIB ein wichtiger erster Schritt“ sei, und fügte hinzu: „Die ESA ist seit 1975 die Weltraumorganisation für Europa und die Mitgliedstaaten und spielt bei der Entwicklung eines weltweit erfolgreichen europäischen Raumfahrtsektors eine ausschlaggebende Rolle. Als eine der wenigen Raumfahrteinrichtungen in der Welt, die in fast allen Bereichen der Raumfahrt tätig ist, sorgt die ESA nach wie vor dafür, dass die Raumfahrt intelligentes Wachstum, hochqualifizierte Arbeitsplätze und Lösungen für zahlreiche Herausforderungen der Gegenwart in Bereichen wie Klimawandel, Energie, Verkehr, Sicherheit und Schutz, Landwirtschaft u. a. gewährleistet.“

 

Sowohl Fayolle als auch Wörner hoben das gemeinsame Interesse der EIB und der ESA an einer weiteren Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und der Aufrechterhaltung eines eigenständigen Zugangs zum Weltraum und zu kritischen Raumfahrtkapazitäten hervor.

 

Gleichzeitig erkannten sie an, dass man sich mehr denn je von der Vorstellung verabschieden müsse, der Sektor sei institutionellen Akteuren vorbehalten, nur weil jahrzehntelang öffentliche Gelder in die Raumfahrt geflossen seien. In der Tat bestehe wachsendes Interesse an der an Bedeutung zunehmenden Kommerzialisierung auf jeder Ebene der raumfahrtbezogenen Wertschöpfungskette, von der Fertigung von Raumfahrtprodukten über den Raumtransport und den Betrieb von Satelliten bis zur Entwicklung von auf Satellitensignalen und ‑daten beruhenden Nutzerdiensten.

 

Durch die Bündelung ihrer einander ergänzenden Fachkenntnisse und Erfahrungen formalisieren die EIB und die ESA ihr gemeinsames Ziel und ihre gemeinsame Absicht, durch die Entwicklung unterschiedlicher Kooperationsbereiche, etwa der Sensibilisierung von Investoren für das Potenzial der Raumfahrt als Innovations- und Wachstumsmotor und der Unterstützung von Raumfahrtakteuren mit vielversprechenden kurz- bzw. mittelfristigen Wachstumsperspektiven, nahtlose Raumfahrt­investitionsketten für Europa zu fördern. Ein weiteres gemeinsames Ziel ist die Verbesserung des Zugangs von Raumfahrtprojektträgern zu Finanzierungsmöglichkeiten, u. a. über die Untersuchung geeigneter gemeinsamer Instrumente.

 

Die EIB hat seit dem Jahr 2000 bedeutende Vorhaben im Luft- und Raumfahrtsektor mit Mitteln in Höhe von insgesamt 5,4 Mrd. € gefördert, darunter Alphasat (225 Mio. €), die von Französisch-Guayana aus eingesetzte Sojus (120 Mio. €) und zahlreiche FEI-Programme und ‑Systeme in Europa.

Über die ESA

 

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

 

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Slowenien ist assoziierter Mitgliedstaat.

 

Außerdem arbeitet die ESA förmlich mit sechs EU-Mitgliedstaaten zusammen. Im Rahmen eines Kooperationsabkommens nimmt auch Kanada an bestimmten ESA-Programmen teil.

 

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU bei der Verwirklichung der Programme Galileo und Copernicus und mit EUMETSAT bei der Entwicklung von Meteorologiemissionen zusammen.

 

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

 

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums. Außerdem führt sie ein umfangreiches Anwendungsprogramm zur Entwicklung von Erdbeobachtungs-, Navigations- und Telekommunikationsdiensten durch.

 

Mehr über die ESA: www.esa.int.

 

Über die EIB

 

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Bank der Europäischen Union. Sie ist die EU-Institution für langfristige Finanzierungen und die einzige Bank, die den EU-Mitgliedstaaten gehört und deren Interessen vertritt. Dabei arbeitet sie eng mit den EU-Organen zusammen, um die Politik der EU umzusetzen. Als größter multilateraler Anleiheemittent und Darlehensgeber weltweit bietet die EIB Finanzierungen und Know-how für nachhaltige Investitionsprojekte an, die zum Erreichen der EU-Ziele beitragen. Die Tätigkeit der EIB konzentriert sich zu über 90 % auf Europa, aber die Bank unterstützt auch die Außen- und die Entwicklungspolitik der EU.

 

Mehr über die EIB: www.eib.org.

 

Ansprechpartner für die Presse:

 

ESA-Referat Medienbeziehungen
E‑Mail: media@esa.int

 

EIB – Anne-Cécile Auguin
E‑Mail : a.auguin@eib.org
Tel.: +352 621 361948