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Teilnehmer der diesjährigen Sommerschule
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Sommerschule Alpbach: Junge Wissenschaftler aus Österreich und Europa nehmen sich den Staub im Universum vor

08/08/2017 396 views 1 likes
ESA / Space in Member States / Austria

Insgesamt 60 junge WissenschafterInnen aus ganz Europa nahmen an der Weltraum Sommerschule Alpbach 2017 teil, um neue und innovative Satellitenmissionen zum Thema „The Dusty Universe“ zu entwickeln.

Staub spielt im Universum eine fundamental wichtige Rolle. Auch wenn nur ein sehr kleiner Teil der Materie zwischen den Sternen in Form von Staub vorliegt, so beeinflusst dieser doch viele Prozesse im Weltall. Staub ist insbesondere verantwortlich für Streuung und Absorption von elektromagnetischen Wellen und kühlt durch Abstrahlung das interstellare Medium. Staub liefert letztlich auch das Material, aus dem sich erdähnliche Planeten bilden. Weil Staub überwiegend im Infrarotbereich strahlt, benutzt man zu seiner Erforschung Weltraumteleskope wie Spitzer oder Herschel. Aber viele Details erfordern in Zukunft noch bessere Infrarotinstrumente zur genaueren Erforschung des Staubes im Universum und seiner wichtigen Effekte.

Hier setzte die Sommerschule Alpbach an und fragte die Teilnehmenden nach neuen, innovative Missionskonzepten.

Vier Teams mit je 15 Teilnehmern wetteifern unter fachkundiger Anleitung um das anspruchsvollste Missionskonzept. Dabei galt es, alle Elemente einer möglichen künftigen Weltraummission zu berücksichtigen. Hierzu gehören die Auswahl der Instrumentierung, die Grundkonstruktion des Satelliten und seiner Subsysteme, die Berechnung der optimalen Flugbahn sowie die Ermittlung der voraussichtlichen Missionskosten.

An der Planungsschmiede für zukünftige Satellitenmissionen nahmen sieben junge Experten aus Österreich (FH Technikum Wien, TU Wien, Universität Innsbruck, Universität Graz, FH Joanneum Graz) mit einem Stipendium der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, FFG, teil.

Am letzten Tag der Sommerschule wurden die Arbeiten der vier Teams einer Jury erfahrener Weltraumexperten vorgestellt und individuell nach der Güte der wissenschaftlichen und technischen Ausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit begutachtet. Ein weiteres, wichtiges Kriterium der Beurteilung waren Details im Missions-Management und dem Satellitendesign.

Der Preis für die ambitionierteste Mission ging an Team Blue für PAHST (Polycyclic Aromatic Hydrocarbons Space Telescope).
Darüber hinaus wird die Mission auf Einladung der ESA im Rahmen eines speziellen Workshop „Post Alpbach“ im November 2017 an der ESA Academy in Redu, Belgien, weiterentwickelt.

Das beste wissenschaftliche Konzept lieferte Team Orange mit FROST (Far infra-Red Observation Space Telescope). Team Red, EREBUS (EuRopean Extinction BUmp Survey), erhielt den Preis für die wettbewerbsfähigste Misison und Team Green mit Magrathea - Magnificent Analysis of Grains Research At Tremendously High and Exciting Altitude, erhielt die Preise für das beste technische Konzept und die beste Präsentation.

Die Missionskonzepte und –präsentationen können auf der Website der Sommerschule eingesehen werden. Einen Überblick auf Deutsch finden Sie hier.

Sommerschule Alpbach

Veranstalter der Sommerschule Alpbach sind die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG und die Europäische Weltraumorganisation ESA in Zusammenarbeit mit dem International Space Science Institute ISSI. Unterstützt wird die Sommerschule Alpbach von Austrospace und EuroPlanet.

Die Sommerschule Alpbach ist eine Ideenfabrik und Kaderschmiede für die europäische Raumfahrt. Alljährlich ermöglicht sie 60 jungen Wissenschaftern und Ingenieuren vertiefende Studien zu jeweils verschiedenen Themen der Weltraumforschung. Die Sommerschule Alpbach ist eine 10-tägige Planungsschmiede für zukünftige, innovative Satellitenmissionen. Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, sich mit einem speziellen Thema der Raumfahrt vertraut zu machen. In einer einzigartigen Kombination aus Vortragsveranstaltungen und praktischen Workshops vertiefen sie ihr Wissen und entwickeln Missionskonzepte für Satellitenmissionen. Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG sucht dafür jedes Jahr geeignete österreichische Kandidaten und stellt für bis zu 10 ausgewählte Teilnehmern Stipendien zur Verfügung (Übernahme der Registrierungsgebühr und Kosten für Unterbringung).

 

Kontakt

Michaela Gitsch 
T +43 5 7755 3302
michaela.gitsch@ffg.at

 

Mag. Dr. Andreas Geisler
T +43 5 7755 3001
andreas.geisler@ffg.at

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