Ein Doppelasteroiden-System fliegt an der Erde vorbei.
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Die UN erkennt den 30. Juni als Internationalen Tag der Asteroiden an

08/12/2016 1593 views 14 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Die UN hat den 30. Juni – den Jahrestag des bedeutendsten Asteroideneinschlags auf der Erde seit Beginn der Geschichtsaufzeichnung – offiziell zum Internationalen Tag des Asteroiden erklärt, um die Bedrohungen und Chancen stärker ins Bewusstsein zu rücken, die in diesen kleinen, im Weltall verstreuten Himmelskörpern liegen.

Am 30. Juni 1908 explodierte ein Asteroid über Tunguska in Sibirien in der Luft. Die Explosion war so stark, dass sie rund 60 Millionen Bäume auf einem Gelände von 2200 km² umknickte. Wäre der Himmelskörper nur wenige Stunden später eingeschlagen, dann hätte das Ereignis katastrophale Folgen gehabt, da er über besiedeltem Gebiet niedergegangen wäre.

In den vergangenen beiden Jahren wurde der Jahrestag weltweit von der "Asteroid Day"-Organisation bekannt gemacht. Die ESA unterstützte diese Initiative und wies bei der Gelegenheit auf ihre eigenen Asteroidenprogramme hin.

Die UN-Vollversammlung hat nun den Jahrestag formell als Internationalen Tag des Asteroiden anerkannt.

“Die heutige Bekanntmachung zeigt, dass Asteroiden zu einer globalen Angelegenheit werden ”, kommentiert ESA-Generaldirektor Jan Wörner.

“Sie unterstreicht auch die Bedeutung von Weltraummissionen, die sich mit Asteroiden befassen und die unser Wissen über diese Himmelskörper verändern – sowohl in Bezug auf die mögliche Bedrohung für die Bevölkerung, als auch hinsichtlich der vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Ressourcen für eine zukünftige Besiedlung des Weltraums.”

Der UN-Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums selbst hat traditionell ein großes Interesse an der Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Verteilung und mögliche Gefahren von Objekten in Erdnähe – und auch an der Vorhersage und möglichen Abwendung von Gefahren eines Einschlags, insbesondere für Schwellenländer.

“Wird ein Asteroid wieder auf der Erde einschlagen?”, fragt ESA-Astronaut Alexander Gerst. “Die Frage ist nicht ob, sondern wann?“

“Eine weitere Frage ist: Werden wir dann in der Lage sein, uns vor einem solchen Einschlag zu schützen? Raumfahrttechnologien können eine Antwort auf diese Frage liefern.”

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