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Intelligente Handschuhe für künftige Mondmissionen

14/04/2020 29 views 2 likes
ESA / Space in Member States / Switzerland - Deutsch

Außenbordeinsätze sind riskante Angelegenheiten. Das Tragen eines Raumanzugs schützt Astronautinnen und Astronauten vor extremen Umweltbelastungen im Weltraum, ist allerdings mühsam. Ein intelligenter Prototyp- Handschuh soll nun zusätzliche Funktionen bei Mondmissionen bieten.  

Zusätzliche Funktionen wie die Steuerung eines Marsrovers durch Gesten

Power glove
Power glove

Während wir das Universum erforschen, erkunden wir mithilfe von Robotern fremde Gebiete, werden Landeplätze vorbereiten und an Orte vordringen, die für uns Menschen zu gefährlich oder unpraktisch sind.

Die Handschuhe auf diesem Foto sind ein unabhängiges Projekt der französischen Firma COMEX und der Designerin Agatha Medioni. Die dafür verwendeten Materialien gehen aus dem ESA-Projekt Pextex hervor und wurden speziell für Raumanzüge zukünftiger Mondmissionen entwickelt.

Die Handschuhe erfüllen neben dem Schutz der Hände vor Vakuum im Weltraum drei weitere Funktionen bei astronautischen Missionen. Zunächst ermöglichen sie durch Gesten die Steuerung einer Marsdrohne oder eines Mondrovers. Sie verfügen zudem über einen integrierten Laser, das Entfernungen messen oder Objekte anvisieren kann. Schließlich beinhalten die Materialien auch ein integriertes Display, auf dem der Status von Vorräten wie der Sauerstoffgehalt, aber auch Kommunikationen anzeigt wird. Zum Vergleich: Bei aktuellen Raumanzügen befindet sich dieser Display am Oberkörper, sodass Astronauten einen Spiegel am Handgelenk benötigen, um es sehen zu können.

Künftige Missionen werden darauf abzielen, eine ständige Präsenz auf dem Mond zu etablieren. Dies bedarf neuer Raumanzüge, die länger und häufiger im Einsatz sein können, als bei früheren Mondmissionen.

Das Pextex-Projekt

Das Pextex-Projekt zielt darauf ab, fortschrittliche Textilien für Raumanzüge in Europa zu identifizieren und zu testen. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Kleidungsstücke nahezu luft- und wasserdicht sind, Temperaturschwankungen von über 200°C (+120°C bis -170°C) standhalten und gleichzeitig Astronauten durch die Isolierung vor Hitze und Strahlung schützen. Außerdem sollen diese Tests sicherstellen, dass Anzüge dem scharfkantigen Mondstaub Regolith widerstehen und gleichzeitig Astronauten ausreichend Bewegungsfreiheit ermöglichen, damit sie ihre Arbeit ungestört fortsetzen können. 

Ein solcher zukünftiger europäischer Raumanzug könnte zusätzliche Eigenschaften wie Selbstreparatur, Energiespeicherung, integrierte Sensoren, Robotersteuerung und Displays beinhalten. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen in Frankreich (Comex), Deutschland (DITF) und Österreich (OeWF), werden die Materialien für das Pextex-Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren in Testanlagen erprobt.

Haben Sie Interesse daran, studienrelevante Materialien vorzuschlagen? Dann wenden Sie sich gerne an die COMEX- und ESA- Projektkoordinatoren.

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