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N° 35–2016: Spurengasorbiter der ExoMars-Mission erreicht seine Umlaufbahn – Situation des Landemoduls wird analysiert

19 Oktober 2016

Der Spurengasorbiter (TGO) der ESA-Mission ExoMars 2016 hat seine 139-minütige Triebwerkszündung zur Einbremsung in den Marsorbit erfolgreich absolviert und ist in eine elliptische Umlaufbahn um den Roten Planeten eingetreten, während der Kontakt zum Landegerät der Mission auf der Marsoberfläche noch nicht bestätigt wurde.

Das Haupttriebwerk des Orbiters wurde heute von 15.05 Uhr bis 17.24 Uhr MESZ gezündet, um seine Geschwindigkeit um mehr als 1,5 km/s zu verringern. Der TGO befindet sich jetzt auf seiner geplanten Umlaufbahn um den Mars. Die im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt befindlichen Teams der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) überwachen nun kontinuierlich den Zustand ihres zweiten Marsorbiters, der sich zu dem 13 Jahre alten Mars Express gesellt.

Gleichzeitig versuchen die ESOC-Teams, den Kontakt zu dem Schiaparelli getauften Eintritts-, Abstiegs- und Landedemonstrator (EDM) zu bestätigen, der etwa 107 Minuten nach Beginn des Manövers zur Einbringung des TGO in die Marsumlaufbahn in die Atmosphäre des Roten Planeten eingetreten war.

Der 577 kg schwere EDM war am 16. Oktober um 16.42 Uhr MESZ vom TGO ausgesetzt worden. Er war für die eigenständige Durchführung einer automatisierten Landesequenz mit der Entfaltung eines Fallschirms und der Abtrennung des Hitzeschilds in einer Höhe zwischen 11 und 7 km über der Marsoberfläche, gefolgt von einer Bremsraketenzündung in einer Entfernung von 1100 m vom Boden und schließlich einem durch eine knautschbare Struktur gepolsterten Fall aus einer Höhe von 2 m programmiert worden.

Vor dem Eintritt in die Atmosphäre des Roten Planeten wurde um 16.42 Uhr MESZ über die weltweit größte Radioteleskop-Anlage für Wellenlängen im Meterbereich, das Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) im indischen Pune, ein Kontakt mit dem EDM hergestellt, kurz nachdem es begonnen hatte, 75 Minuten vor Erreichen der oberen Schichten der Marsatmosphäre ein Bakensignal auszusenden. Dieses Signal wurde jedoch einige Zeit vor der Landung verloren.

Eine Reihe von Zeitfenstern war vorprogrammiert worden, um über die ESA-Sonde Mars Express sowie den Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) und die MAVEN-Sonden (Mars Atmosphere & Volatile Evolution) der NASA Signale des Landegeräts empfangen zu können. Auch für das Giant Metrewave Radio Telescope sind solche Zeitfenster vorgesehen.

Sollte Schiaparelli die Oberfläche unversehrt erreicht haben, dürften seine Batterien für einen drei- bis zehntägigen Betrieb ausreichen, was zahlreiche Gelegenheiten für die Wiederherstellung einer Kommunikationsverbindung bietet.

Während der Spurengasorbiter eine Reihe von wissenschaftlichen Instrumenten zur Untersuchung der Marsumgebung aus dem Orbit mitführt, ist Schiaparelli vor allem ein Technologiedemonstrator, der jedoch auch mit einer kleinen wissenschaftlichen Nutzlast für bodengestützte Beobachtungen ausgestattet ist.

Die Mission ExoMars 2016 ist der erste Teil eines internationalen Vorhabens, das die ESA gemeinsam mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos durchführt und zu dem auch die Mission ExoMars 2020 gehören wird. Diese 2020 zu startende zweite ExoMars-Mission wird ein russisches Landegerät und einen europäischen Rover umfassen, der Bohrungen bis in eine Tiefe von 2 m vornehmen wird, um nach unberührtem organischen Material zu suchen.

Für morgen 10 Uhr MESZ ist eine Pressekonferenz im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt anberaumt, die auch live über Webstreaming auf www.esa.int übertragen wird.

 

 

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Davon sind 20 auch Mitgliedstaaten der EU.

Die ESA arbeitet förmlich mit sieben anderen EU-Mitgliedstaaten zusammen. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Mehr über die ESA: www.esa.int.

 

Nähere Auskunft erteilt:

 

ESA-Referat Medienbeziehungen

Tel.: + 33 (0)1 53 69 72 99

E‑Mail: media@esa.int


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