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Künstlerische Darstellung des Landers Philae
Landung auf einem Schneeball
 
Der spannendste Teil beginnt voraussichtlich im November 2014. Aus der Umlaufbahn heraus wird der huckepack mitfliegende knapp 1 x 1 x 1 m große Rosetta-Lander Philae von der Muttersonde getrennt. Auf einer stark elliptischen Abstiegsbahn treibt er der Oberfläche entgegen, auf die er sanft aufsetzen muss. Zuvor im Landeanflug wird er seine drei Beine mit einem Standradius von 2,80 Metern ausfahren. An deren Enden sitzen kleine Eisbohrer, die den Lander unmittelbar nach dem Bodenkontakt festkrallen sollen.
 
Aber noch kennt niemand die Oberflächen-Beschaffenheit des Zielkometen. Ist sie weich wie Pulverschnee oder hart wie Gletschereis? Ist sie flach, wellig, durchfurcht oder mit scharfen Spitzen besetzt? Daher wird Philae sofort nach dem Aufsetzen eine Harpune in den Eiskern abschießen, um den Lander mit dem Kometen fest zu verankern.

Im Gegensatz zu einer Mond- oder Marslandung stellt das weiche Aufsetzen auf der Kometenoberfläche kein Problem dar. Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, dass der Lander auch auf der Oberfläche bleibt. Aufgrund der äußerst geringen Schwerkraft würde bereits ein geringfügiges Zurückfedern beim Aufsetzen dazu führen, dass der Lander sang- und klanglos auf Nimmerwiedersehen im Weltall verschwindet. Ein Gewichtsvergleich kann diese Problematik verdeutlichen: Der auf der Erde 100 Kilogramm schwere Hightech-Lander wiegt auf Tschurjumow-Gerassimenko nur noch wenige Gramm.

Aufgrund der vielen Unwägbarkeiten sowie der eisigen Umgebungstemperaturen von bis zu minus 180° C sind die meisten der zehn Instrumente sowie die Elektronik im Inneren des Hauptkörpers untergebracht. Eine Batterie stellt sicher, dass alle Instrumente erst einmal mindestens eine Messung durchführen können. Neun Kameras sind an Bord, die Detail-, Panorama- und Stereoaufnahmen liefern. Mit automatisierten In-situ-Messungen werden die chemische Zusammensetzung, die Oberflächeneigenschaften sowie der innere Aufbau des Kometen untersucht.

Ein Bohrgerät entnimmt Proben und gibt sie an die Analysegeräte weiter. Hierzu gehört auch das COSAC-Experiment. Es soll in der Kometenmaterie vor allem nach komplexen organischen Molekülen fahnden. Diese Moleküle sind für die Forscher von besonderem Interesse, weil sie die präbiotischen Bausteine für das Leben auf der Erde und auf anderen Planeten sein könnten. Der Anteil dieser organischen Verbindungen an dem gesamten Kometenmaterial wird auf bis zu 30 Prozent geschätzt.  
 

 
 
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