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(West-) Europas eigenständiger Mars-Einstieg kam unverhofft. Vor fast sieben Jahren, am 16. November 1996, begann das mit 40 Experimenten von 22 internationalen Partnern ausgestattete anspruchsvollste russische Unternehmen MARS-96 mit einem Präzisionsstart vom Kosmodrom Baikonur. Es endete wenige Stunden später im Pazifik. Triebwerksfehler der vierten Proton-Raketenstufe sowie der Raumsonde führten zum Desaster. Jahrelange mühevolle Forschungsarbeit liegt seitdem westlich von Chile auf dem Meeresgrund.
Die Grundsatzfrage war gestellt: Quo vadis, Marsforschung? Warum sollten die einmaligen Geräte, die viel Geld verschlungen hatten und zumeist in doppelter Ausfertigung existierten, nicht doch noch zum Einsatz kommen? Allein Deutschland hatte bereits 97 Mill. Euro für diese Mission ausgegeben, primär für die Entwicklung hochauflösender Stereo-Hightechkameras. Schnell stellte sich heraus, dass Mitflugmöglichkeiten auf US-Sonden nur in begrenztem Maße zur Verfügung stehen würden.
Damit konzentrierten sich die Überlegungen auf eine Folgemission unter Federführung der ESA. Für die Europäische Raumfahrtorganisation bedeutete dies Neuland. Nach einer einjährigen Studienphase begann sie am 30. März 1999 mit der Realisierung des anspruchsvollen Projektes. Mit Mars Express setzte die ESA zum ersten Mal das Konzept einer "flexiblen Mission" um, bei der Planungs- und Fertigungszeiten erheblich verringert und damit die Kosten deutlich gesenkt werden. So belaufen sich die Kosten von Mars Express, inklusive Start mit der Trägerrakete Sojus-Fregat, auf etwa 300 Mill. Euro. Für eine anspruchsvolle Planetenmission ein äußerst bescheidener Betrag.
Industrieller Hauptauftragnehmer wurde Astrium. 25 Firmen aus 15 Ländern bereiten seitdem Europas erste Raumsonde zum Roten Planeten vor. „Die Mission sichert europaweit etwa 1000 Arbeitsplätze“, berichtete Mars-Express-Projektmanager Rudi Schmidt im niederländischen Technologiezentrum ESTEC der ESA. Der oberste Grundsatz, striktes Einhalten des Kostenrahmens bei gleichzeitiger Wahrung der Sicherheitsstandards, ließ sich durch Rückgriff auf bereits vorhandene Geräte, Systeme und Technologien erreichen. Hierbei stand die – ebenfalls bei Astrium gebaute – Kometensonde Rosetta Pate. Hard- und Software konnten in größerem Umfang übernommen und adaptiert werden, so zum Beispiel das System zur Höhen- und Lagekontrolle in der Umlaufbahn.
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