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Das ESA-Programm „Living Planet“
Die ESA reagiert damit auch auf die deutlich geschrumpften Budgets. Dabei gelingt ihr der Spagat zwischen Weltspitzenleistungen und den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen. Ein vereinfachter Vergleich verdeutlicht die aktuelle Situation: Mit den Entwicklungskosten eines Envisat-Instrumentes – an Bord befinden sich zehn verschiedene Instrumente – wird heute eine komplette Erderkundungsmission eines Earth-Explorer-Satelliten realisiert.
Führende Stellung Europas in der Erderkundung ausbauen 1999 begann die Auswahl der ersten Living-Planet-Missionen, der in den Folgejahren weitere Runden folgten. Einar-Arne Herland, ESA-Bereichsleiter für Geowissenschaften, erläutert die Kriterien der Auswahl: „Natürlich spielen technologische und finanzielle Aspekte eine große Rolle. Noch wichtiger ist jedoch, die führende Stellung Europas in der Erderkundung durch herausragende Missionen mit exzellenter Grundlagenforschung weiter auszubauen.“
Von der Nominierung einer Mission mit derart komplexen Aufgabenstellungen bis zum Beginn ihrer eigentlichen Realisierung benötigen ESA, Forschergruppen und Industrie in der Regel fünf bis zehn Jahre Vorbereitungszeit.
Durch den CryoSat-Fehlschlag begann die Umsetzung des Erderkundungsprogramms „Living Planet“ erst mit dem erfolgreichen Start der Schwerefeld-Mission GOCE am 17. März 2009. Ihr Ziel ist die hochpräzise Vermessung des Gravitationsfeldes der Erde mit bisher unerreichter Auflösung. Die Daten sind die Grundlage für eine genaue Vermessung der Welt, dienen aber auch als Referenz für die Höhe des Meeresspiegels. Diese bildet die Basis für eine genaue Untersuchung der Zirkulation der Ozeane und der Veränderungen des Meeresspiegels.
Unmittelbar vor dem Start steht die nächste Earth-Explorer-Mission SMOS, bei der erstmals global und regelmäßig die Bodenfeuchte der Festlandareale und der Salzgehalt der Meere bestimmt werden. 2011 sollen gleich zwei Missionen an den Start gehen: ADM-Aeolus zur Erfassung der Dynamik der Erdatmosphäre und SWARM, eine Konstellation von mehreren Kleinsatelliten zur Untersuchung der Dynamik des Erdmagnetfelds. Bei EarthCARE (Start 2013) ermittelt ein polarumlaufender Satellit aus 450 Kilometer Höhe die horizontale und vertikale Verteilung von Wolken, Aerosolen und Strahlung sowie ihre wechselseitigen Beziehungen zueinander.
Kandidaten für die nächste Erderkundungsmission Für die nächste Auswahlrunde stehen drei Kandidaten zur Auswahl, von denen einer den Zuschlag bekommt (Start 2016): BIOMASS (Erfassung der zeitlichen Veränderungen der weltweiten Waldbiomasse und einhergehender Kohlenstoffströme), CoReH2O (Messung des in der Schneedecke auf Land- und Eisflächen sowie Gletschern gebundenen Süßwassers) und PREMIER (dreidimensionale Sondierung der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre). Die Earth-Explorer-Satelliten des ESA-Programms „Living Planet“
3 neue Kandidaten für eine künftige Mission
Last update: 29 Oktober 2009
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