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Fotomontage:Mathilde, Gaspra und Ida im Vergleich
Asteroiden – Bauschutt des Sonnensystems
 
Die Asteroiden sind – wie die Kometen – attraktive Forschungsziele, stellen sie doch weitgehend unbeeinflusste Körper aus der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,4 Milliarden Jahren dar. Aufschlussreiche Rückschlüsse auf dessen Entwicklung können daher aus den von den Raumsonden gewonnenen Daten gezogen werden.
 
Zwischen den Planeten unseres Sonnensystems kreist eine riesige Zahl kleiner Asteroidenkörper, die vom metergroßen Felsbrocken bis hin zu einem tausend Kilometer großen Gebilde reichen. Bislang sind von ihnen 477.204 Stück erfasst (Stand 31. Dezember 2009). Vermutlich geht ihre Zahl jedoch in die Millionen.
Die Asteroiden, auch als Planetoiden oder Kleinplaneten bezeichnet, kommen im ganzen Planetensystem vor, häufen sich aber in dem zwischen Mars und Jupiter befindlichen Hauptasteroidengürtel (über 90 Prozent). Eine weitere wichtige Ansammlung von Asteroiden – der Kuipergürtel – befindet sich in einer Bahn jenseits des Neptuns. Aber auch innerhalb der Marsbahn bewegen sich einige Körper. Sie sind jedoch kleiner als fünf Kilometer und werden als erdnahe Asteroiden bezeichnet.

Ursprünglich gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Asteroiden Bruchstücke eines zerrissenen Planeten sind, der sich einst zwischen Mars und Jupiter gebildet hatte. Gestützt wurde die These durch eine mathematische Formel aus dem 18. Jahrhundert, die Titius-Bode-Reihe, nach der sich die Planeten des Sonnensystems in bestimmten errechenbaren Abständen befinden sollen. Zwischen Mars und Jupiter fehlte nach dieser Reihe jedoch ein Planet. Im 19. Jahrhundert begann eine fieberhafte Suche nach ihm.
Zwischen 1801 und 1807 wurden die ersten Asteroiden entdeckt. Den Anfang machte 1801 Ceres, dem bald Pallas, Juno und Vesta folgten. Es vergingen nahezu 40 Jahre, bis der fünfte Asteroid Astraea (1845) entdeckt wurde. Erst in der heutigen Zeit ist es mit ausgefeilter Beobachtungstechnik möglich, auch kleinste Felsbrocken zu erfassen. Somit nimmt die Zahl gefundener Asteroide auch weiterhin zu.  
 
Gaspra
Nach intensiven Forschungen sind die Astronomen jedoch von ihrer Entstehungstheorie wieder abgerückt, denn die summierte Masse aller erfassten Objekte des Hauptgürtels ist sehr viel geringer als die des Erdmondes und beträgt maximal 0,1 Prozent der Erdmasse.
Heute vertreten die Forscher deshalb die These, dass es sich bei den Asteroiden um im Entstehen begriffene Planeten aus der Frühzeit des Sonnensystems handelt – so genannte Planetesimale. Die Gravitation des Jupiters verhinderte aber die Bildung eines größeren Planeten. Einige Planetesimale wurden auf ihren Bahnen gestört, kollidierten immer wieder heftig miteinander und zerbrachen. Teile davon gingen schließlich auf Kollisionskurs mit den größeren Planeten, wovon heute noch Einschlagkrater zeugen.
Nach wie vor wird die Erde von kleinsten Resten getroffen. Die winzigen Objekte verglühen meistens in der Erdatmosphäre als Sternschnuppen (Meteore). Nur selten verwüstet ein größerer Brocken Gebiete auf der Erde.

Die zahlreichen Asteroiden können also auch als Bauschutt unseres Sonnensystems betrachtet werden. Sie sind damit hochinteressante Forschungsobjekte aus der Frühzeit der Planetenentstehung.
 
 

 
 
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