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Gefrorenes Wasser und Kohlendioxid an den Marspolen
Die ungleichen Schwestern
 
Mars, der erdähnlichste aller Planeten, bietet zukünftigen Besuchern alles andere als eine lebensfreundliche Umgebung. Seine Temperaturen können nach Region sowie Jahres- und Tageszeit zwischen 10 °C und minus 125 °C schwanken. Sie liegen im Jahresmittel bei minus 68 °C und damit um etwa 80 °C niedriger als auf der Erde. Dazu kommt die auf die Marsoberfläche prallende tödliche UV-Strahlung der Sonne. Die etwa 100-mal dünnere Atmosphäre ähnelt der von Autoabgasen: 95 % Kohlendioxid, 2,7 % Stickstoff, der Rest entfällt auf Argon, Kohlenmonoxid, Ozon, Sauerstoff, Wasserdampf, Xenon und Krypton.
Raumsonden wurden mit monatelangen globalen Staubstürmen enormen Ausmaßes konfrontiert. Die Windgeschwindigkeiten können Werte bis zu 400 km/h erreichen! Doch ansonsten ist es still, nur ab und zu wirbelt ein Windstoß feinen Staub auf, erscheint eine Eiskristallwolke am Himmel und löst sich bald wieder auf. Regen gibt es nicht. Aufgrund des niedrigen atmosphärischen Drucks würde flüssiges Wasser explosionsartig verdampfen. Neben Trockeneis (gefrorenes Kohlendioxid) existiert Wasser vermutlich nur in Form von Wolken, Nebel und Raureif, als Wassereis im Zentrum der Polkappen sowie als Grundeis unter der Marsoberfläche.
Ausgetrocknete Flusstäler erinnern jedoch daran, dass der Mars früher einmal fließendes Wasser und damit eine dichtere Atmosphäre sowie ein wärmeres, feuchtes Klima besessen haben muss. Es gibt Hinweise auf starke geologische und klimatische Veränderungen sowie katastrophale Überschwemmungen vor ungefähr 2 Mrd. Jahren. Seitdem sind die Vulkane erloschen und die Fluten versiegt. Nur Winderosion (Staubstürme) und gelegentliche Meteoriteneinschläge prägten die Marslandschaften.
Aus einer früheren Entwicklungsphase des Mars stammen auch jene rostroten Weltwunder, die Aufnahme ins Guinness-Buch der Rekorde fanden. Dazu gehört Olympus Mons, der mit 25 km Höhe und 600 km Basisdurchmesser größte Vulkan unseres Sonnensystems. Oder Valles Marineris, das größte Tal unseres Planetensystems. Es stellt mit 4000 km Länge, 200 km Breite und 7 km Tiefe ein gigantisches Grabensystem dar, demgegenüber der Grand Canon wie eine lächerliche Ackerfurche erscheint. Doch als die vielleicht größte Überraschung erwies sich die Farbe des Marshimmels: Sie ist rosa!  
 
 
 
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