ESA-Astronaut bricht für sechs Monate ins All auf
16 Dezember 2010
Zehn Jahre nach dem Eintreffen der ersten Expeditionsbesatzung auf der Internationalen Raumstation ISS ist jetzt die neueste Mission vom Raumfahrtzentrum Baikonur zu unserem Außenposten im Weltraum aufgebrochen. An Bord der Trägerrakete Sojus TMA-20 befinden sich der ESA-Astronaut Paolo Nespoli, der Russe Dimitri Kondratjew und die NASA-Astronautin Catherine Coleman. Ihre Überfahrt zur Raumstation umfasst 35 Umrundungen der Erde und drei Haupttriebwerkszündungen. Das automatische Andocken an der ISS ist für den Abend des 17. Dezember vorgesehen.
Während seiner sechsmonatigen Mission ist Paolo Flugingenieur für die Expeditionen 26 und 27. Zusätzlich zu seinen Pflichten als Flugingenieur hat er die Aufgabe, über 30 Experimente für europäische, US-amerikanische und Japanische Wissenschaftler durchzuführen. Darüber hinaus beteiligt er sich am Andockmanöver zweier unbemannter Frachtschiffe. Das zweite europäische ATV (automatische Versorgungsfahrzeug), die Johannes Kepler, sowie die zweite japanische HTV-Fähre werden für Februar 2011 mit Nachschub für die ISS erwartet.
Die Mission MagISStra ist Europas dritte Langzeitmission zur ISS. (Der Name MagISStra ist eine Zusammensetzung aus der Abkürzung ISS und dem lateinischen Wort magistra, das Lehrerin bedeutet.) Wie der Name schon sagt, sind Bildung und Unterricht ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten von Paolo. Zwei große Projekte warten auf ihn. Das Programm „Mission X: Trainieren wie ein Astronaut“ dreht sich um Gesundheit, Wohlergehen und Ernährung. Im Rahmen von „Treibhaus im Weltraum“ werden Pflanzen auf der ISS angebaut, während Schulkinder in ähnlichen Treibhäusern auf der Erde Versuche mit den gleichen Pflanzen anstellen.
Außerdem wird Paolo mit einer speziellen Kamera das Leben an Bord der ISS in 3D filmen. Eine Auswahl dieser Filme wird unter twitter.com/astro_paolo und auf ESAs YouTube-Kanal veröffentlicht.