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Naturkatastrophen

Sentinel 1 zum Schutz unseres Planeten

1 April 2014
Sentinel 1 soll am 3. April ins Weltall abheben. Dieser Erdbeobachtungssatellit ist mit einem Radarinstrument ausgestattet, das die Erdoberfläche durch die Wolken hindurch beobachten kann. So kann er rund im die Uhr Informationen sammeln, die helfen, unseren blauen Planeten zu schützen.

Diese leistungsstarken „Augen“ blicken aus 700 km Höhe auf uns herab. Auch aus dieser großen Entfernung können sie den gesamten Planeten erforschen und sogar kleine Objekte von bis zu 5 m Durchmesser erkennen. Nach wenigen Tagen hat der Satellit die Erde komplett umrundet und nimmt dann neue Bilder von denselben Orten auf.
Eine der Hauptaufgaben von Sentinel ist die Hilfe bei der Vorhersage von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutschen, aber auch bei den Bergungsarbeiten nach Katastrophen. Viele Gebiete Europas litten in den letzten Jahren unter verheerenden Überschwemmungen. Dichte Wolkendecken und Regen versperren den meisten Satelliten die Sicht auf die Erdoberfläche. Sentinel 1 hingegen kann durch Wolken und Regen hindurchblicken, und anhand seiner Radarbilder können drohende Überflutungen frühzeitig erkannt werden und die Behörden besser auf einen steigenden Wasserpegel reagieren.

Der Radar von Sentinel 1 kann aber auch geringe Veränderungen der Höhe der Landmasse erkennen, die auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch oder Erdrutsche hindeuten können. So können die Behörden vor Ort besser entscheiden, welche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung eingeleitet werden sollen. Außerdem kann der Satellit das Wachstum und die Entwicklung von Stürmen verfolgen, indem er die Höhe von Wellen und die Windgeschwindigkeit misst. Dank dieser Daten können Vorwarnungen ausgesprochen und Menschenleben gerettet werden.

Da mittlerweile über 7 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wird immer mehr Land in Nutzflächen umgewandelt und die Umweltschäden nehmen rasant zu. Sentinel 1 kann die Zerstörung von Wäldern, die veränderte Landnutzung und von Trinkwassermangel bedrohte Gebiete sichtbar machen.

Darüber hinaus unterstützt Sentinel 1 mit Karten zur Meereisdicke die Navigation von Schiffen und verhindert Schiffsunfälle. Im März 2011 waren Frachtschiffe und Fähren mit über 1000 Menschen an Bord im Norden der Ostsee mehrere Tage im Eis gefangen. Derartige Situationen lassen sich dank präziserer Vorhersagen über die Dicke der Meereseisschicht zukünftig besser verhindern.

Sentinel 1 kann aber auch Gewässerverschmutzungen wie Ölteppiche auf der Wasseroberfläche erkennen. Durch die schnelle Erfassung und frühzeitige Warnung in solchen Fällen kann die Küstenwache Schiffe fassen, die illegal Schadstoffe ins Meer ablassen, und bei Unfällen schnell reagieren.

Ein Bild von Sentinel 1 erfasst über 100.000 Quadratkilometer Meeresoberfläche – eine äußerst effiziente Methode für die Suche nach Ölteppichen.

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