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Envisat – Europas Riesenauge mit Blick auf die Erde

Seit den 1970er-Jahren beobachten ESA-Satelliten die Erde. Unter ihnen war der bisher größte Erdbeobachtungssatellit, Envisat, der wichtigste. Er wurde am 1. März 2002 von der europäischen Trägerrakete Ariane 5 ins All gebracht und umkreiste die Erde dann zehn Jahre lang in rund 800 km Höhe auf einer polnahen Umlaufbahn.

Der Forschungssatellit ist etwa so groß wie ein Doppeldeckerbus und wiegt 8,1 Tonnen. Er ist mit zehn hochentwickelten optischen sowie Radarinstrumenten ausgestattet. Sie erfassten durchgängig Daten zur Landmasse, zur Atmosphäre, zu den Ozeanen und den Eiskappen der Erde. Die Forschungsinstrumente, die in Vielfalt und Leistung jeden anderen Erdbeobachtungssatelliten in den Schatten stellen, sammelten umfassende Daten zu den Zusammenhängen auf unserem Planeten. So verdanken wir Envisat auch Erkenntnisse zu den Faktoren, die den Klimawandel beeinflussen.
The island of Elba, Italy
 
Das größte Instrument ist ein Radar, das von der Erde zurückgeworfene Strahlen erfasste und so tags wie nachts und bei jedem Wetter Bilder von der Land- und Wasseroberfläche erzeugte. Es erfasste sogar schwache Veränderungen der Bodenhöhe, wie sie von Erdbeben, der Absenkung des Bodens oder unterirdischen Vulkanaktivitäten hervorgerufen werden.

Mit anderen Instrumenten wurden winzige im Wasser lebende Pflanzen und Tiere, die Luftverschmutzung in der Atmosphäre und Ölteppiche auf den Meeren sowie Veränderungen des Meereseises und der Meeresströmungen beobachtet. Envisat erfasste auch das allmähliche Schrumpfen der Eisfläche im arktischen Meer und das jährliche Freiwerden der Routen für die Polarschifffahrt in den Sommermonaten. Zusammen mit anderen Satelliten erfasste er Veränderungen des Meeresspiegels und der Oberflächentemperatur aller Meere. Dabei arbeitete er bis auf einige Zehntel eines Grades genau. Envisat hatte auch die Aufgabe, das Ozonloch über der Antarktis zu beobachten.

Im April 2012 brach der Kontakt zu Envisat plötzlich ab und die Mission wurde für beendet erklärt. Damit ist jedoch der Weg frei für die Missionen der neuen Sentinel-Satelliten der ESA. Der erste Sentinel soll 2014 starten.

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