Treibhausgase als Stars in Weltraumfilmen
22 März 2007
Alle sind sich darüber einig, dass unser Planet wärmer wird. Die meisten Wissenschaftler geben die Schuld den „Treibhausgasen“, deren Löwenanteil Kohlendioxid und Methan ausmachen. Sie halten die Wärme „gefangen“ und hindern sie daran, in das Weltall zu entweichen. Es lässt sich aber nicht so einfach feststellen, woher sie kommen und wie viel davon an den verschiedenen Orten produziert wird.
Deshalb bietet es sich an, die Treibhausgase vom All aus zu messen. Mithilfe von Daten, die der ESA-Satellit Envisat zwischen 2003 und 2005 an die Erde gefunkt hat, wurde jetzt die sich ändernde Verteilung der Treibhausgase bildlich dargestellt. Dieser Film mit Kohlendioxid (CO2) in der Hauptrolle zeigt, wie unser Planet atmet. Jedes Jahr werden enorme Mengen des Gases von wachsenden Pflanzen aufgenommen. Im Herbst und Winter, wenn ein Teil der Pflanzenwelt abstirbt und zerfällt, wird wieder CO2 freigegeben. Untersuchungen haben ergeben, dass der Kohlendioxidgehalt der Luft jährlich um 0,5 bis 1 Prozent ansteigt.
In dem ersten Film über die Methanverteilung, der je gedreht wurde, können Spitzenwerte während des nördlichen Sommers und niedrigere Pegel im Winter beobachtet werden. Überraschenderweise wird mehr Methan über den tropischen Regenwäldern freigesetzt, als dies bislang angenommen wurde. Das ist deshalb von Bedeutung, weil Methan 20-mal undurchlässiger für die Wärme ist als CO2. Außerdem wird der Methangehalt in Zukunft möglicherweise sehr stark ansteigen, wenn das arktische Bodeneis im Zuge der globalen Erwärmung abschmilzt.
Die ständige Untersuchung dieser Gase mithilfe von Satelliten ist unerlässlich. Noch gibt es Lücken in unserem Wissen über die Herkunft der Gase und ihr Verschwinden aus der Atmosphäre. Die Informationen aus dem Weltall helfen uns dabei, Prognosen über den Klimawandel zu stellen und darüber zu wachen, dass die internationalen Abkommen zur Verringerung der Abgabe von Treibhausgasen eingehalten werden.