Mission erfüllt, Rosetta!
03 Oktober 2016
Die ESA-Mission Rosetta ist so spannend geendet, wie sie verlaufen ist: mit einem kontrollierten Absturz auf dem Kometen, den sie untersuchte. Während des freien Falls machte die Sonde die letzten Bilder und ihre High-Tech-Instrumente analysierten so dicht wie nie an der Oberfläche das Gas und den Staub des Kometen. Die Daten dieser letzten Augenblicke kurz vor dem Aufprall wurden zur Erde gefunkt, wo die Wissenschaftler der Mission schon gespannt darauf warteten.
Dies ist das Ende einer unvergleichlichen Weltraumsonde. Rosetta wurde 2004 gestartet und legte fast 8 Milliarden Kilometer zurück – darunter die dreimalige Erdumrundung, eine Runde um den Mars und je einen Vorbeiflug an zwei Asteroiden! Als erste Raumsonde umkreiste sie einen Kometen (offiziell Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko genannt). Im November 2014 koppelte sich von ihr die Landeeinheit Philae ab und setzte sich auf der Kometenoberfläche fest.
Den Missionsexperten fiel die Entscheidung, Rosetta enden zu lassen, nicht leicht. Allerdings befindet sich die Sonde mittlerweile sehr weit draußen in unserem Sonnensystem und sie entfernt sich immer weiter. Bald schon wäre sie zu weit weg von der Sonne, um weiter über die Sonnenkollektoren betrieben werden zu können. Mit dem geplanten Absturz auf dem Kometen bot Rosetta der Wissenschaft eine letzte Chance auf neue tolle Entdeckungen!
Rosetta hat bereits viele Geheimnisse gelüftet. So fand sie heraus, wie seltsam der Komet geformt ist, der aus einer Kollision zweier kleinerer Kometen in der Anfangszeit des Sonnensystems entstanden war. Seine Form führt dazu, dass auf ihm saisonale Unterschiede herrschen und der Staub sich nach bestimmten Mustern auf der Oberfläche verteilt. Die Analyse der Gasabsonderungen des Kometen ergab, dass er in einer sehr kalten Region des Weltalls entstanden ist. Rosetta fand sogar heraus, dass Kometen wie 67P/Tschurjumow-Gerasimenko vor langer Zeit möglicherweise einige der Grundbausteine für Leben auf der Erde mitgebracht haben.
Dieses Bild besteht, ähnlich wie ein Puzzle, aus vielen verschiedenen Fotos vom freien Fall von Rosetta auf den Kometen
Im Laufe der Rosetta-Mission ist eine enorme Menge an Daten über diesen Kometen zusammengekommen – die ESA-Wissenschaftler auf der Erde werden daher viele Jahre lang damit beschäftigt sein, nachzuvollziehen, was Rosetta alles erlebt hat. Vielleicht ist das also nicht einfach das Ende der Mission, sondern ein Neuanfang?
Schon gewusst? Die Rosetta-Mission wurde nach dem Rosettastein benannt, einem Pfeilerstein mit eingemeißeltem Text, der bei der Entschlüsselung antiker Sprachen half!