Europas Weltraum-Sommerschule in Alpbach

30 Juni 2003

Am 15. Juli beginnt der diesjährige Kurs der Weltraum-Sommerschule Alpbach in Österreich, der ganz im Zeichen der bemannten Raumfahrt steht. Für zehn Tage können junge Doktoranden, Studenten und Wissenschaftler aus Europa ihr Wissen in ausgewählten Fachgebieten der Weltraumforschung und -technologien vertiefen. Die Fortbildungsveranstaltung ist eine Initiative der Austrian Space Agency (ASA), die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA als Mitveranstalter unterstützt wird.

Wie begehrt die Sommerschule bei den jungen europäischen Forschern, Ingenieuren und Studenten aus den 15 ESA-Mitgliedsstaaten ist, zeigt die Tatsache, dass die Bewerberzahl weit über den angebotenen 60 Plätzen lag. Die Verantwortlichen mussten erst durch einen mehrstufigen Auswahlprozess die geeignetsten Teilnehmer ermitteln.

Leben und Arbeiten im Kosmos

Nun wird für die Auserwählten das malerische Bergdorf in Tirol zehn Tage lang zum Projektbüro für die Entwicklung zukünftiger innovativer Weltraummissionen. Unter dem Leitthema "Working and Living in Space" werden sich die Teilnehmer u.a. mit der künftigen Rolle Europas bei der bemannten Erforschung des Weltraums beschäftigen. Vier Themenkomplexe sind in den zehn arbeitsreichen Tagen in Seminaren und Workshops zu bewältigen:

  • Die Internationale Raumstation ISS als Ausgangspunkt für die weitere Erforschung des Sonnensystems
  • Die Rückkehr zum Mond als Basisstation zur Vorbereitung bemannter interplanetarer Missionen sowie als astronomische Beobachtungsplattform
  • Die Errichtung eines extraterrestrischen Außenpostens auf dem Mars
  • Die Zukunft der bemannten Raumfahrt und die Rolle Europas

Die Teilnehmer werden zu Beginn mit einem fiktiven, zehn Jahre in der Zukunft liegendem Szenario konfrontiert: Die wichtigsten Ziele des ISS-Programms wurden erreicht und die internationalen Weltraumorganisationen bereiten sich auf die nächsten Schritte zur bemannten Erforschung des Sonnensystems vor. Wie könnten diese Schritte aussehen? Was ist sinnvoll und was finanzierbar? Das sind Fragen, die am Ende des Kurses beantwortet werden sollen. In einer einzigartigen Kombination aus Vortragsveranstaltungen und praktischen Workshops werden die Nachwuchswissenschaftler und Studenten an die Thematik herangeführt und erarbeiten Lösungsvorschläge, Fallstudien und Projektentwürfe. Dabei vertiefen sie ihr Wissen in einer Weise, wie es an Universitäten und Hochschulen nicht möglich ist.

Auch in diesem Jahr wird die Veranstaltung wieder von hochkarätigen Raumfahrern, Wissenschaftlern und Ingenieuren unterstützt. Gleich drei Astronauten stehen beratend zur Seite: Dr. Claude Nicollier (Schweiz) und Dr. Jean-Pierre Haigneré (Frankreich) aus dem ESA-Astronautenteam sowie Dr. Chiaki Mukai aus Japan.

Tradition mit Erfolg

Die Alpbacher Sommerschule blickt auf eine lange Tradition zurück. Die ASA veranstaltet seit 1975 diesen spezifischen Fortbildungskurs, der sich inzwischen zu der europäischen Weltraum-Sommerschule entwickelt hat. Dabei forschen die Teilnehmer jedes Jahr zu einem anderen Thema. Und viele der heute führenden Persönlichkeiten im Weltraum haben sich als Absolventen der Alpbacher Sommerschule erste Sporen verdient.

Eröffnet wird die Sommerschule am Dienstag, dem 14. Juli 2003, 9 Uhr, in der Hauptschule Alpbach. Vertreter der Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Nähere Auskünfte erteilt:

Michaela Gitsch
Austrian Space Agency
Garnisongasse 7
A-1090 Wien
Tel.: +43 1 403 81 77/12
Fax: +43 1 405 82 28
E-Mail: mgitsch@asaspace.at

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