ISS Forum 2001 in Berlin

So soll die ISS einmal aussehen
29 Mai 2001

Vom 5. bis 7. Juni findet in Berlin die erste Europäische Konferenz über industrielle und wirtschaftliche Nutzung der Internationalen Raumstation ISS unter Mitwirkung aller Projektpartner statt. Das gemeinsam von der ESA und dem DLR getragene "ISS Forum 2001" wird als weltweit größte Veranstaltung dieser Art erstmals das gesamte Nutzungsspektrum, samt detaillierter Zugangsbedingungen, präsentieren.

Tag der offenen Tür

15 Nationen, davon allein zehn aus Europa, sind am Bau, dem Betrieb sowie an der Nutzung des orbitalen Technologie-, Forschungs- und Dienstleistungszentrums ISS beteiligt. Obwohl die ISS noch eine große Baustelle ist, laufen seit Anfang des Jahres erste Experimente von Forschungssinstitutionen und Industriepartnern aus Europa, darunter aus Deutschland. Doch die ISS steht nicht nur ausgewählten Raumfahrtunternehmen zur Verfügung. Sie ist für Jedermann offen. Diese Botschaft soll mit dem "ISS Forum 2001", einer Art "Tag der offenen Tür", einer breiten Öffentlichkeit unterbreitet werden.

ISS is open for Business

Das europäische Labor an der ISS

Ziel des ISS Forums 2001 ist es, vor allem Klein- und mittelständische Unternehmen aus der Nicht-Raumfahrtbranche, wirtschaftsnahe Organisationen, Branchenverbände sowie Medien aus ganz Europa anzusprechen und ihnen "das umfassende Potenzial neuer Möglichkeiten der Nutzung anschaulich zu zeigen", betonte Karl Knott, Leiter der Mikrogravitationsforschung und Raumstationsnutzung der ESA, auf der ISS-Pressekonferenz in Berlin.
"Raumfahrt bringt einen echten Mehrwert für die Unternehmen. Kaum jemand ist sich aber dieser Tatsache bewußt", konstantiert Hartmut Ripken, ISS-Nutzungskoordinator beim DLR. Da dies so ist, offerieren die Raumfahrtagenturen zunächst eine Promotion-Phase, in der der Staat den Großteil der Kosten trägt. "Die Nutzung soll ausgewogen sein", so Ripken. Das bedeutet, dass sowohl Grundlagen- und angewandte Forschung als auch industrielle und kommerzielle Nutzungsmöglichkeiten stattfinden. Wird ein Projekt eines Unternehmens, einer Institution oder einer Ausbildungs-Einrichtung bestätigt, dann übernimmt der Staat die Kosten für den Transport der Gerätschaften und die Betriebszeit. Der Ideengeber muss lediglich die Apparaturen selbst bezahlen.
Auf der ISS forschende Unternehmen haben die Chance, Wettbewerbsvorteile zu erlangen und damit neue Märkte zu erschließen. Auch hier gilt das bekannte Müller-Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Oder moderner formuliert: Wer sich zu spät entscheidet, den bestraft das Leben.

Reise in das außerirdische Haus

Interessenten können in Berlin drei Tage lang virtuell die Reise ins All antreten: 3-D-Multimediapräsentationen entführen Sie sekundenschnell 380 km über die Erdoberfläche in das Forschungs- und Dienstleistungshotel mit dem schönsten Blick auf das Universum. Entdecken und genießen Sie die neue Welt. Die erste Stammbesatzung, William Shepherd, Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow, wird hierzu von ihrem fünfmonatigen Aufenthalt auf der ISS berichten. Und mit einer Live-Schaltung zur amtierenden 2. ISS-Crew können Sie einen hautnahen Einblick in die Nutzungspraxis auf der Raumstation erleben, also quasi durchs Schlüsselloch schauen und Ideen für Ihre Zukunft sammeln.
Alles was im Bereich ISS "Rang und Namen" hat, ist auf dem Forum anzutreffen. Die Raumfahrtagenturen NASA (USA), Rosawiakosmos (Russland), ESA (Europa), NASDA (Japan) und CSA (Kanada) als Eigentümer der ISS, die führenden Herstellerfirmen Boeing, RKK Energija, Astrium und Alenia Spazio, Astronauten und Kosmonauten als Referenten und Konsultationspartner. Medien, wie Discovery Channel, IMAX und Dreamtime, stellen die ISS als globale Plattform mit modernsten visuellen Nutzungspotenzialen vor.
Nehmen Sie die vielen Möglichkeiten für persönliche Gespräche zwischen Nutzern aus dem privaten Sektor und den zahlreichen Experten auf der Ausstellung oder in Round-Table-Gesprächen wahr. Die stets bewegende Frage "Was kostet mich das Abenteuer ISS?" kann Ihnen konkret beantwortet werden. Alle Raumfahrtagenturen wollen in Berlin erstmals detailliert die Einsatzbedingungen und Preislisten vorstellen.

Berlin: Brückenkopf zum All

So sieht die ISS jetzt aus

Das "ISS Forum 2001" findet vom 5. bis zum 7. Juni im ESTREL Convention Center, Sonnenallee 225, 12057 Berlin statt. Informationen zur Teilnahme sowie zum aktuellen Programm der drei Tage erfahren Sie unter:
www.ISSForum2001.com
www.spaceflight.esa.int/ISSForum2001/programme.htm

Und wer noch Zeit und Lust hat, sollte unbedingt die Ausstellung zum europäischen Umweltsatelliten Envisat ansehen. Die ESA-Mission des weltweit größten und modernsten Satelliten zur Erdbeobachtung ist vom 31. Mai bis zum 17. Juni im SPECTRUM, dem Science Center des Deutschen Technikmuseums Berlins, Möckernstr. 26, zu bestaunen.

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