ESA CryoSat User Workshop an der TU Dresden

Der ESA-Satellit CryoSat
5 März 2013

Von 12. bis 14. März 2013 treffen sich Wissenschaftler aus aller Welt an der TU Dresden, um im Rahmen des dritten internationalen ESA CryoSat User Workshops über aktuelle Ergebnisse und zukünftige wissenschaftliche Herausforderungen der europäischen Satellitenmission CryoSat zu diskutieren. Zu der Veranstaltung werden mehr als 100 Teilnehmer von Universitäten, Raumfahrtagenturen, Klima- und Wetterdiensten, Raumfahrt-Industrie sowie weiteren Forschungseinrichtungen erwartet.

Der Workshop wird von der ESA organisiert. Gastgeber vor Ort ist die Professur für Geodätische Erdsystemforschung des Instituts für Planetare Geodäsie, wodurch deren Arbeit im Rahmen der CryoSat-Mission auf besondere Weise internationale Anerkennung findet.

„Unser CryoSat umkreist seit nunmehr fast drei Jahren die Erde und liefert kritische Daten für die Analyse des globalen Klimawandels, gerade auch für Europas Wissenschaftler und Politiker. Zum Beispiel nimmt die Meereisbedeckung in der Arktis dramatisch ab. Mit Hilfe der neu entwickelten Messverfahren von Cryosat können wir erstmals auch die Eisdicke und nicht nur die Ausdehnung kontinuierlich beobachten“, erinnert Prof. Dr. Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme. Neben der Eisbeobachtung mit CryoSat stehen in Dresden auch Diskussionen über Synergien und Datennutzung anderer ESA-Missionen wie Envisat, GOCE oder auch der neuen Sentinel-Serie auf der Agenda.

Fokus: antarktisches und arktisches Eisschild sowie Meereisbedeckung

ESA-Direktor Prof. Volker Liebig

Im Fokus des Workshops stehen die Veränderungen des antarktischen und des grönländischen Eisschilds sowie die Entwicklung der Meereisbedeckung im Nord- und Südpolargebiet. Insbesondere die Beobachtungen zur Dicke des arktischen Meereises stellen einen wertvollen, bisher nicht zugänglichen Datenschatz dar.

Die Wissenschaftler der TU Dresden verknüpfen erfolgreich die Beobachtungen des Satelliten mit vor Ort gewonnenen Messungen. Mehrmals begaben sich die Forscher deshalb zu Feldexpeditionen in die Antarktis. Dabei werden präzise GPS-Messungen der Eisoberfläche vorgenommen. Die daraus abgeleiteten Höhenänderungen werden mit den Werten verglichen, die sich durch CryoSat-Messungen aus der polaren Umlaufbahn in 717 km Höhe ergeben. 

Im Jahr 2009 kam es aufgrund einer erheblichen Akkumulationsanomalie im Dronning-Maud-Land (Ostantarktis) zu einem vermutlich temporären Zuwachs der Eisoberflächenhöhe in diesem Gebiet, der auch in anderen Satellitendaten und Klimamodellen sichtbar wird. Somit erarbeiten die Wissenschaftler des Instituts für Planetare Geodäsie in Dresden auf Grundlage der Bodenkontrollmessungen einen wertvollen Datensatz, um die Produkte des ESA-Erdbeobachtungssatelliten überprüfen zu können.

„Massenbilanz der Eisschilde beeinflusst Änderung des globalen Meeresspiegels“

„Die Ergebnisse dieser Überprüfung sind wichtig, um später aus den Satellitendaten mit einer Genauigkeit von nur wenigen Millimetern Höhenänderungen für den gesamten antarktischen Eisschild ableiten zu können. Diese Höhenänderungen sind wichtig bei der Berechnung der Massenbilanz der Eisschilde, die unmittelbaren Einfluss auf die Änderung des globalen Meeresspiegels hat.“ erläutert Dr. Mirko Scheinert von der TU Dresden.

CryoSat-2 wird von Darmstadt aus geflogen

Meereisbedeckung in der Arktis

Der Flugbetrieb des 720 kg schweren Satelliten wird vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in enger Zusammenarbeit mit dem Erdbeobachtungszentrum (ESA/ESRIN) in Frascati (Italien) sichergestellt. Die stellvertretende Flugleiterin der Mission, Kate Adamson, ist in Dresden ebenfalls dabei und betont: „Nach den üblichen Problemen in der Start- und Testphase läuft der Flugbetrieb dieses Satelliten in 717 km Höhe inzwischen sehr präzise und der Datenstrom für die Wissenschaftler ist reichhaltig. Wir wissen immer sehr genau, wo sich unser Satellit gerade befindet - was unabdingbar ist, damit das Radar-Altimeter SIRAL Eisveränderungen im Millimeterbereich auf der Erdoberfläche messen kann“.

Kontakte für die Presse:

Technische Universität Dresden (ANMELDUNG, KONTAKT VOR ORT)

Pressestelle TU Dresden (Bitte um Presseanmeldung per Email bis 11. MÄRZ ggf. mit speziellen Wünschen für Interview-Partner)

Kim-Astrid Magister, Leiterin Pressestelle

EMAIL: pressestelle(at)tu-dresden.de

Tel.: 0351   463-32398

 

Professur für Geodätische Erdsystemforschung / Institut für Planetare Geodäsie, TU Dresden

Dr.-Ing. Mirko Scheinert

Email: mirko.scheinert(at)tu-dresden.de

Mobil (für Konferenz): 0151 – 2803 4385

Dipl.-Ing. Christoph Knöfel, christoph.knoefel(at)tu-dresden.de

 

Europäische Weltraumorganisation ESA:

Bernhard L. von Weyhe, PR Manager, ESA Communications Office

Satellitenkontrollzentrum, ESA/ESOC, Darmstadt (D)

Email: esoc.communication(at)esa.int

Tel.: 06151 – 904204

 

Dr. Robert Meisner, Communications Officer

ESA-Direktion für Erdbeobachtungsprogramme

ESA/ESRIN, Frascati / Rom (IT)

Email: robert.meisner(at)esa.int

Tel.: 0039 06 941 80874

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