Erste Nutzlast für die nächsten Galileo-Satelliten ist bereit

Galileo Nutzlast
19 April 2012

Die nächste Navigations-Nutzlast für das Galileo-System ist fertig und auf dem Weg zur Satelliten-Plattform, von der sie in der Erdumlaufbahn getragen wird.

Die erste der 14 vollständig betriebsbereiten (Full Operational Capability - FOC) Navigations-Nutzlasten wurde von Surrey Satellite Technology Ltd im Vereinigten Königreich zum Hauptauftragnehmer OHG System AG in Bremen verschickt.

Die Nutzlast - der Teil des Satelliten, der für Galileos präzise Positionsbestimmungen und Dienstleistungen für Nutzer weltweit verantwortlich ist - wird dort mit der Satellitenplattform verbunden.

„Die Nutzlast für den fünften Satelliten in der Galileo-Konstellation ist fertig“, sagt Didier Faivre, Leiter des Galileo-Programms und der Abteilung für Navigation.

Antenne für den Such- und Rettungsdienst

„Während die nächsten beiden zu startenden Satelliten getestet werden, werden die neuen bereits gebaut. Heute wurde für das Programm ein weiterer wichtiger Schritt nach vorne gemacht.“

Die SSTL-Nutzlast stellt alle Galileo-Navigationsdienste bereit und verwendet europäische Atomuhren, Generatoren für Navigationssignale, Hochleistungs-Verstärker und Antennen.

„Die Auslieferung unserer ersten Galileo-Nutzlast ist ein wichtiger Meilenstein in Richtung einer umfassenden Satellitenqualifikation am Ende des Jahres. Galileo vereint die Expertise, das Wissen und die Innovationskraft von fast einem Jahrzehnt der Beteiligung von SSTL am Galileo-Programm“, kommentierte Matt Perkins, Geschäftsführer von SSTL.

„Wir sind stolz darauf, die Nutzlastentwicklung für dieses wegweisende Programm zu leiten. Es wird unsere Erwartungen an einen weltweiten Navigationsdienst neu definieren.“

Galileo Nutzlast

Die ersten beiden Galileo-Satelliten wurden am 21. Oktober 2011 in die Erdumlaufbahn gebracht, zwei weitere Starts sind Ende des Sommers geplant. Diese ersten Satelliten tragen Nutzlasten von Astrium UK in Portsmouth, die von Thales Alenia Space in Italien in ihre Satelliten-Plattformen integriert wurden.

Die neuen Satelliten sind die nächste Tranche der Galileo-Satelliten, deren Starts 2014 stattfinden sollen.

Sobald alle 14 im Orbit sind, wird die Galileo-Konstellation aus 18 Satelliten die erste Betriebsbereitschaft (Initial Operational Capability - IOC) erreichen und in der Lage sein, erste Navigationsdienste zur Verfügung zu stellen. Die volle Bandbreite an Dienstleistungen wird verfügbar sein, sobald alle 30 Satelliten 2018 in ihrer Position sind.

Zusätzlich zu diesen ersten 14 FOC-Satelliten bekam das OHB-SSTL-Konsortium im Februar dieses Jahres den Auftrag für acht weitere Galileo-Satelliten.

Über Galileo

Galileo ist eine Initiative der Europäischen Kommission und der ESA, um Europa ein unabhängiges, weltweites Satellitennavigationssystem zur Verfügung zu stellen.

Das System nutzt die beste Atomuhr, die je für die Navigation eingesetzt wurde - mit einer Abweichung von nur einer Sekunde in drei Millionen Jahren. Es besitzt einen leistungsstarken Sender, um präzise Navigationsdaten weltweit zu übermitteln.

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