German Space Day

German Space Day
German Space Day
16 Oktober 2000

2000, veranstalteten das DLR sowie Institutionen aus Forschung und Industrie unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn den dritten bundesweiten "Tag der Raumfahrt". Praktisch die gesamte Raumfahrt-Branche (inklusiv Forschung und Industrie) beteiligte sich an diesem Event. In über 30 deutschen Städten konnten sich am Wochenende des 23./24. September 130 000 Menschen über aktuelle Projekte und Entwicklungen sowie künftige Pläne der deutschen, europäischen und internationalen Raumfahrt informieren.

Zur Hauptveranstaltung im DLR Köln-Porz, auf dessen Gelände auch das Europäische Astronautenzentrum der ESA ansässig ist, kamen mehr als 60.000 Besucher, die dort das Unterwassertraining der Astronauten beobachten konnten, ihre eigene Weltraumtauglichkeit im Aero-Trim testen, einen virtuellen Rundgang durch die Internationale Raumstation unternehmen oder ein Mars-Rover Modell steuern. Europas grösster Windkanal stand zur Besichtigung und in den Labors fand man Präsentationen von A wie Antimaterie bis Z wie Zentrifuge. Unter den Gästen waren der Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Dr. Uwe Thomas, der Direktor des ESA Programms “Bemannte Raumfahrt” Jörg Feustel-Buechl und der Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Dr. Walter Kröll. Europäische Astronauten gaben Autogramme und beantworteten Fragen, alles innerhalb eines bunten Rahmenprogramms, das am Abend mit einem Rock-Konzert zu Ende ging. Die DLR-Standorte Oberpfaffenhofen, Göttingen, Braunschweig, Neustrelitz und Stuttgart luden zum Tag der offenen Tür zusammen mit Partnern wie der Technischen Universität Braunschweig, dem Arbeitskreis ForschungsRegion Braunschweig, dem Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart und der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Dabei übertrug das Göttinger DLR_School_Lab live zur Zentralveranstaltung nach Köln und im Braunschweigischen Landesmuseum fand eine Space-Matinee statt. Dazu kamen Informationen zu verschiedensten Einzelthemen und zum Studium der Luft- und Raumfahrt, Exponate vom Modell der Internationalen Raumstation bis zur original Express-Raumkapsel, Besichtigungsmöglichkeiten der Einrichtungen und Aktivitäten und Geselliges rund um die Raumfahrt. Auch auf der Weltausstellung in Hannover war der Tag der Raumfahrt mitzuerleben, durch eine Live-Fernseh-Übertragung am Sonntagnachmittag aus dem Europäischen Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt auf den T-Digit der Deutschen Telekom. Beschäftigte in der Raumfahrt, darunter der Astronaut ESA-Andre Kuipers, stellten ihren Beruf vor, neben faszinierenden Weltraumbildern gab es im Dialog mit einem der weltweit führenden Experten zum Thema Weltraumschrott, Prof. Flury, interessante Aspekte zu entdecken - auch was dafür getan wird, den Schrott zu verringern. Einige aktuelle Missionen wurden vorgestellt, darunter das europäichse Navigationsprojekt Galileo, und es gab Einblicke in die Kunst der Satellitenkontrolle, z.B. wurden am Sonntag nachmittag von Darmstadt aus wissenschaftliche Instrumente an Bord der Cluster II Mission erstmalig eingeschaltet, und der Zuschauer hatte die seltene Gelegeneheit, dies live und beinahe hautnah mitzuerleben. Das Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ), in Wuhlheide bei Berlin machte aus dem Tag der Raumfahrt ein ganzes Wochenende unter dem Titel “Faszination Raumfahrt” mit Aktionen am Samstag und Sonntag unter Beteiligung des DLR Adlershof. Diese Veranstaltung, die bereits zum neunten Mal stattfand, konnte ca. 6000 Besucher verzeichnen. Über die Anfänge des Griffs zu den Sternen bis zu heutigen Zukunftsvisionen und Berufsperspektiven in der Raumfahrt konnte man sich informieren, der Besucher erfuhr, warum die Weltraumforschung für unser Leben auf der Erde so wichtig ist, konnte Modellraketen starten und Astronautenkost kosten. Eine der grössten Attraktionen war die Trainingsanlage in der Kinder Eindruecke vom Astronautentraining bekamen, während sie ausserhalb des Trainingslagers im FEZ Filmstudio den “Krieg der Sterne”nachspielen konnten. In Berlin fand unter Federführung des Space-Clubs des Vereins Kids & Co zum zweiten Mal die United Space Parade statt. Das Spektakel begann am Samstag unter anderem mit dem deutschen Astronauten Hans Wilhelm Schlegel, der Ausstellungsvernissage und einem Aktionsspiel "Flucht vom Mond" zwischen Kindergruppen im Le Prom und im FEZ Wuhlheide. Am Sonntag bewegte sich nach der Eröffnung durch Prof. Jesco von Puttkamer ein Zug von tanzenden Schönheiten und Volk aus fernen Galaxien, Robotern,. Space Shuttles, Raketen und UFOs mit über 1000 Teilnehmern über die Landsberger Allee. Anschliessend gab es das grosse Space Festival im Marzahner Freizeitzentrum Le Prom, dem Ziel der Space Parade. Dabei wurde in einem bunten Programm unter anderem durch ausgewählte Science-Fiction Filme und populärwissenschaftliche Beiträge, durch eigene Vorstellungskraft und reales Erleben, die Brücke geschlagen zwischen Utopie und Wirklichkeit. Die "Tage der Raumfahrt" in Neubrandenburg wurden in diesem Jahr bereits zum 16. mal durchgeführt und war erstmalig in die bundesweiten Aktivitäten eingebunden. Hochrangige Referenten berichteten dabei z.B. über die NASA-Strategien der Marsforschung (Mike Conley), neueste Pläne für eine russische Raumstation (Prof. Gennadi Malyschew) oder das aktuelle Profil der ISS (Detlef Wilde). Dicht umlagert waren der Astronaut Dr. Ulf Merbold am Samstag und der Kosmonaut der Mongolei, Shugderdemidyn Gurragtschaa. Schirmherr des zweittägigen, parallel laufenden Raketenfestivals für die Jugend, bei dem Modelle aller Grössen starteten, war der Ex-Bundesforschungminister Dr. Paul Krüger. Die Siegerehrungen nahm der Publikumsliebling der Veranstaltung, die russische Kosmonautin Jelena Kondakowa vor. Auch an vielen,vielen anderen Orten fanden Aktivitäten statt, Tage der offenen Tür, Ausstellungen, Kongresse, Kinovorführungen, Vorträge in Sternwarten und Jugendveranstaltungen. Der grosse Erfolg des Tags der Raumfahrt mit weit über hunderttausend Besuchern rechtfertigt schon heute baldige Vorbereitungen für nächstes Jahr.

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