Raumsonden erkunden Asteroiden und Kometen

Rosetta - Künstlerische Darstellung
Künstlerische Darstellung von Rosetta-Orbiter und Lander

Die erdgebundene Beobachtung allein genügt nicht, um ein umfassendes Bild über die Asteroiden und Kometen zu erhalten. Deshalb werden sie auch seit Jahren mit Raumsonden erforscht. Die ESA hat hierbei mit ihrer Kometensonde Giotto eine Pionierrolle übernommen.

Irdische Besuche bei Asteroiden und Kometen

Bis heute wurden eine Reihe Asteroiden und Kometen mit interplanetaren Sonden besucht:

  • Am 13. März 1986 flog Giotto in nur 600 Kilometern Abstand am Kometen Halley vorbei
  • Die Jupiter-Sonde Galileo besuchte auf dem Weg zu ihrem Ziel 1991 Gaspra und 1993 Ida –zwei Asteroiden.
  • NEAR-Shoemaker passierte 1997 den Asteroiden Mathilde und landete 2001 auf Eros.
  • Deep Space 1 flog 1999 in nur 28 Kilometern Abstand am Asteroiden Braille vorbei und erreichte 2001 den Kometen Borelly.
  • Die Raumsonde Stardust passierte 2002 in 3.300 Kilometern Entfernung den Asteroiden Annefrank.
  • Der japanische Kometenjäger Hayabusa erreichte 2005 den Asteroiden Itokawa und brachte von dort Asteroidenstaub zur Erde zurück. Damit steht den Wissenschaftlern auf der Erde erstmals direkt Material von einem Asteroiden für ihre Untersuchungen zur Verfügung.
  • Deep Impact (USA) näherte sich dem Kometen Tempel1 und brachte einen 372 Kilogramm schweres Projektil – auch als Impactor bezeichnet – in seine Flugbahn ein. Der Impactor schlug am 4. Juli 2005 auf dem Kometen ein und wurde dabei zerstört. Er hinterließ einen Krater und wirbelte Kometenmaterial auf, welches mit den Instrumenten der Vorbeiflugsonde von Deep Impact untersucht wurde. Nach der Verlängerung der Mission, jetzt unter dem Namen EPOXI, flog die Sonde am 4. November 2010 in nur 700 Kilometern Entfernung am Kometen 103/P Hartley vorbei.
  • Die ESA-Kometensonde Rosetta besuchte 2008 den Asteroiden Steins, 2010 Lutetia und befindet sich nun auf dem Weg zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, den sie 2014 umkreisen und auf ihm den Lander Philae absetzen soll.

Wozu dienen nun diese Vorbeiflüge und Besuche? Die Millionen herumvagabundierenden Gesteinsbrocken in der Größe von wenigen Metern bis zu mehreren hundert Kilometern bestehen wie die Kometen aus Material aus der Frühzeit des Sonnensystems. Für die Wissenschaftler ist es deshalb von besonderem Interesse, mit Raumsonden-Missionen sowohl Asteroiden als auch Kometen zu untersuchen und damit mehr über die Frühzeit und die Entwicklung unseres Sonnensystems zu erfahren. Dabei sind die Materialzusammensetzung und die Materialeigenschaften von besonderer Bedeutung, geben sie doch Auskunft über die Frühphase der Planetenentstehung und liefern wichtige Hinweise für die später eventuell nötige Planung einer Asteroidenabwehr zum Schutz der Erde.

Außerirdische Suche nach Vagabunden

GAIA soll auch nach Asteroiden suchen

Obwohl mittels drastisch verbesserter Instrumente und Technologien bereits heute mehrere hunderttausend Objekte von erdgebundenen Beobachtungsstationen erfasst wurden, soll die Entdeckungsjagd – von den Fachleuten Durchmusterung des Himmels genannt - künftig auch mittels Satelliten erfolgen. So wird von der ESA-Sonde GAIA erwartet, dass sie bis zu einer Million unbekannter Asteroiden und Kometen in unserem Sonnensystem entdecken wird. GAIA soll Ende 2012 mit einer Sojus-Fregat-Rakete von Kourou (Französisch-Guayana) aus gestartet werden.

Die Wissenschaftler versprechen sich damit auch, bestimmte NEOs eher als von der Erde aus zu entdecken. GAIA wird am Lagrange-Punkt L2 „stationiert“ werden, der 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Der andere Blickwinkel von dort ermöglicht die Erfassung von Objekten, die für erdgebundene Beobachtungsstationen nur schwer oder gar nicht erfassbar sind. So sollen künftig Überraschungen durch unentdeckte, sich plötzlich der Erde nähernde NEOs vermieden werden.

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