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N° 45–2004: ESA sucht Kandidatinnen für Bettruhestudie in Toulouse 2005

3 August 2004

Zur Vorbereitung einer 60tägigen Bettruhestudie mit Frauen werden Kandidatinnen in einer offiziellen Bekanntmachung dazu aufgerufen, sich als Testpersonen zu bewerben. Bei der Studie, deren Beginn für Januar/Februar nächsten Jahres geplant ist, handelt es sich um ein Gemeinschaftsvorhaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der französischen Raumfahrtagentur CNES, der amerikanischen Weltraumbehörde NASA und der kanadischen Raumfahrtagentur CSA. Mit der Durchführung ist das französische Institut für Raumfahrtmedizin und –physiologie (MEDES) in seiner klinischen Forschungseinrichtung im Rangueil-Krankenhaus in Toulouse betraut.

Gesucht werden für die Studie 24 Kandidatinnen, denen insgesamt 60 Tage lang strenge Bettruhe mit dem Kopf in –6° Tieflage verordnet wird, um die Auswirkungen längerfristiger Aufenthalte in der Schwerelosigkeit auf Astronautinnen zu simulieren. Im Rahmen verschiedener Experimentvorgaben erfaßt die Studie die Bedeutung der Ernährung sowie der sportlichen Betätigung als möglicher Gegenmaßnahmen.

Bisher ist wenig über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den weiblichen Körper bekannt. Dies liegt zum einen daran, daß die meisten bisherigen Bodenstudien an männlichen Versuchspersonen durchgeführt wurden, zum anderen, daß in der Vergangenheit nur wenig Frauen an Raumflügen beteiligt waren. Die Studie wird das Wissen über geschlechtsspezifische Unterschiede bei längerfristigen Aufenthalten in der Schwerelosigkeit vertiefen.

Die 24 Testpersonen werden in drei Gruppen zu je acht Frauen aufgeteilt, von denen die erste, der während der 60tägigen Bettruhe keinerlei besondere Behandlung zugute kommen wird, als Kontrollgruppe fungiert. Die zweite Gruppe wird trotz gleichzeitiger Bettruhe ein Trainingsprogramm absolvieren, während der dritten in derselben Zeit ergänzende Nahrungsmittel verabreicht werden. In den drei Wochen vor der eigentlichen Testphase werden grundlegende Daten zu den Versuchspersonen erfaßt. In den 20 Tagen nach der Bettruhe werden an den Teilnehmerinnen ähnliche Untersuchungen vorgenommen, deren Ergebnisse mit den zu Beginn der Studie ermittelten Daten verglichen werden.

Die Experimentvorgaben stammen von verschiedenen internationalen Forschungsteams, die nach eingehender Prüfung durch internationale Fachleute ausgewählt wurden. Mit Hilfe dieser Vorgaben werden die Auswirkungen auf die drei Gruppen ausgewertet, und zwar anhand verschiedener Aspekte wie der Blutwerte, dem Zustand der Muskeln, dem Herz-Kreislauf-System, den Veränderungen des Immunsystems, der Knochenbildung und dem psychologischen Wohlbefinden. Alle Forschungsbereiche, Ziele und Experimentvorgaben der Studie wurden zuvor von dem verantwortlichen französischen Ethikausschuß in Toulouse genehmigt und stehen mit geltenden nationalen und internationalen Gesetzen und Bestimmungen in Einklang.

Angesichts der Zukunftspläne der ESA im Bereich der bemannten Weltraumexploration werden die erwarteten Forschungsergebnisse für die Planung langfristiger bemannter Missionen von großem Wert sein. Doch auch für die klinische Behandlung auf der Erde sind sie von Bedeutung, vertiefen unsere Kenntnisse und zeigen neue, verbesserte Wege für die Genesung bettlägeriger Patienten sowie mögliche Hilfsmaßnahmen für Menschen, die nur beschränkt körperlich aktiv sein können.

Einzelheiten über die Anforderungen an die Kandidatinnen, die Teilnahmebedingungen und die Bewerbung für die Bettruhestudie können über das Internet unter www.medes.fr/ltbrw abgerufen werden. Auskünfte sind auch unter folgenden Telefonnummern erhältlich: +33 825 82 54 84 für Anrufe außerhalb Frankreichs (0,20 €/Min.) und 0 825 82 54 84 innerhalb Frankreichs (0,15 €/Min.).

Weitere Auskünfte erteilen:

Franco Bonacina

ESA-Referat Medienbeziehungen

Tel.: +33 (0)1 53 69 71 55

Fax: +33 (0)1 53 69 76 90

Dr. Peter Jost

Facharzt für Weltraummedizin

ESA-Direktion für Bemannte Raumfahrt

Tel.: +31 71 565 66 12

Fax: +31 71 565 36 61

E-Mail: peter.jost@esa.int

Weitere Informationen:

ESA-Referat Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.53.69.7155
Fax: +33(0)1.53.69.7690



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