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N° 10–2007: Einweihung der Baustelle des Sojus-Startkomplexes in Französisch-Guayana

26 Februar 2007

ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain, CNES-Präsident Yannick d'Escatha, der Generaldirektor von Arianespace Jean-Yves Le Gall und Roskosmos-Chef Anatoli Perminow weihten heute die Baustelle des Sojus-Startkomplexes in Französisch-Guayana ein. Die Feierlichkeiten fanden in Anwesenheit von Vertretern zahlreicher französischer Behörden und aller an der Durchführung dieses Projekts beteiligten europäischen und russischen Einrichtungen statt.

Aus diesem Anlass wurde eine Gedenktafel enthüllt und ein Stein der Startanlage in Baikonur, von der aus der Kosmonaut Juri Gagarin 1961 seine Reise ins Weltall antrat, auf dem Baugelände verankert. Dieser Stein hat hohen Symbolcharakter, da er für die Kontinuität zwischen dem russischen Startkomplex, der mit Sputnik den Beginn des Raumfahrtzeitalters einläutete und von dem aus der erste bemannte Raumflug stattfand, und der Ansiedelung der Trägerrakete Sojus in Französisch-Guayana steht. Der Bau des Sojus-Startkomplexes ist das Ergebnis einer vierzigjährigen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Russland auf dem Gebiet der Raumfahrt, einer vor zehn Jahren ins Leben gerufenen Industriepartnerschaft im Rahmen von Starsem und einer langjährigen Kooperation zwischen der ESA und Russlands Föderaler Raumfahrtagentur (Roskosmos).

Die legendäre Sojus-Trägerrakete, ein Symbol der Eroberung des Weltraums, wurde bis heute 1 713 Mal gestartet und hat somit ihre Robustheit und Zuverlässigkeit hundertfach unter Beweis gestellt. Insgesamt brachte sie 1 661 Satelliten in die Erdumlaufbahn ein und beförderte 91 russische Kosmonauten sowie 40 nichtrussische Astronauten ins All.

Mit der Ansiedelung des Trägers im Raumfahrtzentrum Guayana (CSG) wird es ab dem ersten Start Ende 2008 möglich sein, die äquatornahe Lage von Guayana, die eine erhebliche Nutzlastverbesserung für die Sojus bietet, zum Start von Telekommunikationssatelliten in die geostationäre Umlaufbahn, von Navigationssatelliten des europäischen Galileo-Systems, von Erdbobachtungssatelliten in den polaren Orbit sowie von interplanetaren Sonden zu nutzen. Die Sojus wird die bereits vom CSG aus eingesetzten ESA-Träger - den Schwerlastträger Ariane-5 und den Kleinträger Vega - ergänzen, für deren Betrieb Arianespace verantwortlich ist. Somit wird die Betreibergesellschaft für alle Missionsarten über eine passende Startlösung verfügen.

Das von der ESA, der Europäischen Union und Arianespace gemeinsam finanzierte Projekt wird im Rahmen eines ESA-Programms unter Leitung des CNES durchgeführt. Die von dem französischen VINCI-Konzern unter Einbeziehung zahlreicher europäischer und lokaler Unternehmen ausgeführten Erdarbeiten an der heute eingeweihten Baustelle wurden bereits vor mehreren Monaten in Angriff genommen. Ende dieses Jahres werden die ersten russischen Baukolonnen in der Gemeinde Sinnamary eintreffen, um die Metallstrukturen und Betriebsinfrastrukturen der Startrampe zu installieren.

Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation, bemerkte aus diesem Anlass: „Für die europäischen Trägerraketen bricht als Ergebnis der hervorragenden, von Frankreich auf den Weg gebrachten Zusammenarbeit zwischen der ESA und Russland ein neues Zeitalter an, das das Startangebot von Arianespace noch flexibler gestalten wird.“

Yannik d’Escatha, Präsident des CNES, fügte hinzu: „Die kontinuierliche Zusammenarbeit von Frankreich und Russland im Bereich der Raumfahrt in den vergangenen vierzig Jahren, die 1996 auf das Gebiet der Trägerraketen ausgeweitet wurde, mündet heute in der Verwirklichung dieses wunderbaren russisch-europäischen Gemeinschaftsprojekts ‚Sojus im CSG’. Der Bau dieses Startkomplexes auf dem Gelände des Raumflughafens Europas im Raumfahrtzentrum Guayana festigt unsere Bande innerhalb der ESA auf französischem Boden über Jahrzehnte hinaus.“

Jean-Yves Le Gall, Generaldirektor von Arianespace, erklärte: „Das Vorhaben ‚Sojus im CSG’ ist eine neue Etappe eines wundervollen, europäisch-russischen Abenteuers, das vor zehn Jahren bei Starsem seinen Anfang nahm. Es wird für die kommerzielle Strategie von Arianespace einen enormen Pluspunkt darstellen und unseren Kunden, Aktionären und Partnern großen Vorteil bringen.“

Anatoli Perminow, Roskosmos-Chef, stellte abschließend fest: „Wir erleben heute, dass so ehrgeizige Projekte wie der Bau des Sojus-Startkomplexes im CSG nicht mehr von nur einer Einrichtung alleine getragen werden können. Nur dank der gemeinsamen europäischen, russischen und französischen Bemühungen ist es möglich, dass die wagemutigsten Pläne unter unseren Augen zu einer greifbaren Realität werden. Diese für alle Beteiligten vorteilhafte Zusammenarbeit ist ein Zeichen dafür, dass die künftige Exploration des Weltraums unweigerlich friedvoll verlaufen und stets dem menschlichen Bestreben dienlich sein wird.“

Nähere Auskunft erteilt:

ESA-Kommunikationsabteilung

Referat Medienbeziehungen

Tel.: +33(0)1.53.69.7155

Fax: +33(0)1.53.69.7690

Weitere Informationen:

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