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Vor 30 Jahren: Die erste Ariane hebt ab
Im Kontrollzentrum brach unbeschreiblicher Jubel aus. All die Schwierigkeiten der vergangenen Tage und Wochen waren mit einem einzigen Knopfdruck hinweg gefegt worden. Denn die hatte es trotz allem gegeben. Der Erststart war zwar erfolgreich verlaufen, jedoch erst im dritten Versuch.
Vergebliche Zündung beim ersten Anlauf Bereits neun Tage zuvor, am 15. Dezember 1979, war die Ariane startklar gewesen. Nach dem Herunterzählen des Countdowns zündeten die Triebwerke der ersten Stufe auch ordnungsgemäß und bauten ihre volle Schubkraft auf. Doch trotzdem passierte nichts. Die Rakete verharrte regungslos auf dem Starttisch und acht Sekunden nach der Zündung wurde es wieder still. da der Computer die Treibstoffzufuhr zu den Triebwerken unterbunden hatte.
Die Ursachensuche begann und schon bald stellte sich heraus, dass es nicht an der Rakete selbst lag, sondern an den wuchtigen Klammern, die den Koloss am Starttisch festhielten. Diese hatten sich nicht geöffnet, weil der Computer bei seiner Funktionsüberprüfung in einem der vier Triebwerke irrtümlich zu geringen Schub registrierte und die Freigabe verweigerte.
Das Wetter spielt nicht mit Die Ariane musste komplett enttankt werden, um die erforderlichen Überprüfungen und Korrekturen am gesamten Rückhaltesystem vornehmen zu können. Der Start sollte nun am 23. Dezember stattfinden, aber da spielte das Wetter nicht mit. 58 Sekunden vor dem geplanten Abheben musste auch dieser Startversuch abgesagt und nochmals um 24 Stunden verschoben werden.
Dann kam der denkwürdige Weihnachtstag 1979 ...
Das Konzept LIIIS, das letztlich zur Ariane 1 führte, basierte auf den jahrelangen Erfahrungen Frankreichs bei der Trägerraketenentwicklung. Vom Bau verschiedener militärischer und Höhenforschungsraketen führte der Weg schließlich zur dreistufigen Diamant, Frankreichs eigener Trägerrakete. Damit wurden 1965 die ersten französischen Forschungssatelliten gestartet. Die Leistung der Diamant wurde weiter gesteigert und führte so von der Diamant A zur Diamant B.
Die Triebwerke für diese Raketen wurden federführend von Heinz Bringer in Frankreich beim Triebwerksunternehmen SEP entwickelt. Er verdiente sich seine ersten Sporen noch bei Wernher v. Braun in Peenemünde. Durch weitere Entwicklungen und Leistungssteigerungen ging unter Bringers Leitung aus diesen Vorläufern das äußerst zuverlässige VIKING-Triebwerk hervor, von dem schließlich vier Stück in der ersten Stufe (L140) und eins in der zweiten Stufe (L33) der Ariane eingebaut wurden.
Last update: 21 Dezember 2009
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