Weiteres Absenken des Satelliten ERS-2

Satellit ERS-2
28 Juli 2011

Der Erdbeobachtungssatellit ERS-2 wird nach 16 Jahren Betrieb abgeschaltet und auf eine niedrigere Umlaufbahn geschickt, wo das Kollisionsrisiko mit anderen Satelliten oder Weltraumschrott geringer ist.

Am 6. Juli hat das Missionskontrollteam im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt mit einer 300 Sekunden dauernden Bremszündung das erste von mehreren Orbitmanövern zur Absenkung der Umlaufbahn durchgeführt.

Bremsmanöver haben den Satelliten mittlerweile von seiner ursprünglichen Umlaufbahn in 785 km Höhe auf eine Bahn von etwa 700 km Höhe gebracht. Techniker in Kourou, Französisch Guyana und Malindi, Kenia - zwei Stationen des von ESA betriebenen ESTRACK-Netzwerks - überwachen die Manöver.

„Am 27. Juli haben wir unsere erste Zielhöhe von 700 km erreicht. Bis Ende August wird ERS-2 auf eine tiefer liegende Umlaufbahn in ungefähr 570 km Höhe abgesenkt, wo das Risiko von Kollisionen mit anderen Satelliten oder Weltraumtrümmern deutlich geringer ist“ so Dr. Frank Diekmann, Flugleiter für den Erdbeobachtungssatelliten ERS-2.

Die letzte Phase des „Deorbitings“, die so genannte Passivierung, soll Ende August oder Anfang September beginnen. In dieser Phase wird im Rahmen längerer Manöver der Resttreibstoff aus den Tanks abgelassen, und die Batterien und Sender werden abgeschaltet.

Der Wiedereintritt des Satelliten in die Erdatmosphäre wird laut Schätzungen in weniger als 25 Jahren stattfinden. Der Satellit wird weiterhin überwacht, um den Zeitpunkt seines Wiedereintritts und seinen Wiedereintrittskorridor vorhersagen zu können.

ERS-2 Radaransicht der Straße von Messina

Der 1995 gestartete Satellit ERS-2 war das Nachfolgemodell von ERS-1, dem ersten europäischen Fernerkundungssatelliten, der vier Jahre zuvor seinen Dienst aufgenommen hatte.

Beide Satelliten haben in ihrer 20-jährigen Missionsgeschichte durch ihre kontinuierlichen Messungen den Weg für zahlreiche neue Erdbeobachtungstechniken im Bereich der Überwachung von Atmosphäre, Ozeanen, Land und Eis geebnet.

Darüber hinaus war ERS-2 mit dem ersten europäischen hochpräzisen Messinstrument zur Bestimmung der Ozonkonzentration in der Stratosphäre ausgestattet und leistete somit seinen Beitrag zur Datenkontinuität bei der Beobachtung des jährlichen Ozonabbaus über der Antarktis.

ERS-2 hat während seiner 16-jährigen Lebensdauer 3,8 Milliarden Kilometer zurückgelegt und dabei Daten für Tausende von Wissenschaftlern und Projekten geliefert.

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