CAVES 2013: Unterirdisches Astronauten-Training als Vorbereitung für Weltraummissionen

13 September 2013

Ab kommender Woche versammelt sich eine internationale Gruppe aus sechs neuen und erfahrenen Astronauten, um am nächsten unterirdischen Trainingskurs für Astronauten der ESA teilzunehmen. Dabei stellen sich die Astronauten den Schwierigkeiten einer neuen Arbeitsumgebung, in der sie mit begrenzten Ressourcen ein vollständiges wissenschaftliches Programm durchführen werden – unter ähnlichen Bedingungen wie auf der Internationalen Raumstation ISS.

Die Crew-Mitglieder des sechstätigen Untertage-Abenteuers sind der ESA-Astronaut Paolo Nespoli, der kanadische Astronaut Jeremy Hansen, der russische Kosmonaut Aleksei Ovchinin, der japanische Astronaut Satoshi Furukawa sowie die beiden NASA-Astronauten Mike Barratt und Jack Fischer.

Das CAVES 2011 Basislager

In den ersten fünf Tagen des insgesamt zweiwöchigen Trainingsprogramms CAVES (Cooperative Adventure for Valuing and Exercising Human Behaviour and Performance Skills) machen sich die Astronauten mit den Grundlagen vertraut und treffen Vorbereitungen für die Erforschung unterirdischer Umgebungen. Weiterhin lernen sie, wie man dunkle, bislang unerforschte Gebiete erkundet, sicher Höhlenwände erklettert und sich in drei Dimensionen fortbewegt, wissenschaftliche Experimente durchführt und die Ausrüstung für die Mission vorbereitet.

Anschließend steigen die Astronauten in das Höhlensystem Sa Grutta auf der italienischen Insel Sardinien hinab, um dort sechs Tage unter der Erde zu verbringen. Von der Basisstation aus werden die „Höhlenforscher“ dann in völliger Dunkelheit Experimente durchführen, bei denen ihnen einzig Helmlampen als Lichtquelle dienen.

Einsamkeit und das Leben und Arbeiten in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Umgebung sind für alle eine große Herausforderung. Teamwork ist jedoch ein wesentlicher Faktor für den Erfolg einer Mission, und Experten stehen den Astronauten mit Rat und Tat zur Seite und überwachen ihre Fortschritte.

CAVES 2011: Der erste Tag

In vielerlei Hinsicht werden die Höhlen-Astronauten bei ihrer Arbeit mit einer noch isolierteren und fremderen Umgebung konfrontiert sein als auf der ISS. Denn in Notfällen können die wirklichen Astronauten schneller zur Erde zurückkehren, als die Höhlen-Astronauten an die Erdoberfläche gelangen können.

Der Kurs soll Fähigkeiten wie Führungsqualitäten, Teamwork, Entscheidungskompetenz und Problemlösungskompetenz in einem multikulturellen Team verbessern. Die Höhlen-Astronauten werden sich auf die Suche nach Lebensformen begeben, neue Technologien testen, die unterirdischen Wetter-, Geologie- und Umweltbedingungen untersuchen sowie Strahlungen und CO2-Werte messen.

Im letzten Jahr machten die Höhlen-Astronauten auf ihrer Mission einen einzigartigen wissenschaftlichen Fund. Sie kehrten mit einer bislang unbekannten Tierart zurück, welche an eine Kellerassel erinnert und unter Wasser lebt. Auch Schulkinder sind zur Teilnahme an der Mission eingeladen: Im Rahmen des Bildungsprogramms „Catch that bug! -Fang den Käfer!“ können sie sich auf die abenteuerliche Suche nach fremdartigen Krabbeltieren machen.

Folgen Sie den Astronauten, ihren Trainern und dem Wissenschaftsteam auf die Höhlenmission: Auf Twitter, YouTube und Flickr finden Sie alle aktuellen Ereignisse und einen Blog mit den persönlichen Erfahrungen vor Ort.

CAVES 2011
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