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The Artemis II rocket, with Orion and its European Service Module on top, launched from NASA's Kennedy Space Center.
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Artemis-II-Mission beginnt

02/04/2026 521 views 1 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Um 00:35 Uhr MESZ (18:35 Uhr Ortszeit am 1. April) hob die Space Launch System-Rakete der NASA vom Kennedy Space Center in Florida ab. An Bord der Orion-Raumkapsel befinden sich vier Astronaut*innen, die mit der Artemis-II-Mission aufbrechen. Im Mittelpunkt der Mission steht das Europäische Servicemodul der ESA, das die Orion-Kapsel und ihre Besatzung mit Energie versorgt, antreibt und auf ihrem Weg um den Mond und zurück zur Erde am Leben erhält.

„Zum ersten Mal fliegen Astronaut*innen an Bord von Orion", sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher. „Artemis II baut auf dem Erfolg von Artemis I auf und bestätigt Europas unverzichtbare Rolle bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond und bei künftigen Erkundungen darüber hinaus. Die ESA ist stolz darauf, Seite an Seite mit ihren internationalen Partner*innen zu stehen, angeführt von der NASA. Gemeinsam zeigen wir, dass Kooperation nach wie vor unser stärkstes Instrument für die Zukunft ist."

In den nächsten zehn Tagen werden die NASA-Astronaut*innen Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch gemeinsam mit dem Astronauten Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency um den Mond fliegen und sicher zur Erde zurückkehren. Es ist die erste Reise dieser Art seit Apollo 17 im Jahr 1972, vor mehr als einem halben Jahrhundert.

Angetrieben wird Orion auf dieser historischen Reise vom zweiten Europäischen Servicemodul, das für die Lebenserhaltung der Astronaut*innen sowie für die Stromerzeugung und den Antrieb verantwortlich ist. Seine vier Solarflügel, die sich jeweils über sieben Meter erstrecken, versorgen die Kapsel mit Strom, während die bordeigenen Systeme die Besatzung mit Luft, Wasser und einer angenehmen Temperatur versorgen. Dreiunddreißig Triebwerke, darunter ein leistungsstarkes umgerüstetes Space-Shuttle-Triebwerk, werden Orion durch den erdfernen Weltraum navigieren und kritische Manöver auf dem Weg zum Mond durchführen.

European hardware 

Artemis II: Nahbereichsoperationen mit den Triebwerken des Europäischen Servicemoduls nach der Trennung von der Raketenoberstufe
Artemis II: Nahbereichsoperationen mit den Triebwerken des Europäischen Servicemoduls nach der Trennung von der Raketenoberstufe

Europäische Hardware kommt bereits wenige Minuten nach dem Start zum Einsatz. Rund 20 Minuten nach dem Abheben entfalten sich die europäisch gefertigten Solarflügel von Orion und beginnen, die Kapsel mit Strom zu versorgen. Anschließend nimmt die Besatzung einen hohen Erdorbit ein, in dem sie den ersten Tag damit verbringt, die Systeme von Orion zu testen und die manuelle Steuerung der Raumkapsel zu übernehmen. Mit den 24 Reaction-Control-System-Düsen des Europäischen Servicemoduls üben sie Manöver ein, die für künftige Andockoperationen erforderlich sind.

Artemis II: Orion und sein Europäisches Servicemodul auf dem Rückweg zur Erde
Artemis II: Orion und sein Europäisches Servicemodul auf dem Rückweg zur Erde

Am zweiten Missionstag wird das Haupttriebwerk des Europäischen Servicemoduls für den entscheidenden Trans-Lunar-Injection-Burn zünden und Orion und seine Besatzung auf eine viertägige Reise zum Mond schicken. Während der gesamten Hin- und Rückreise wird das Modul eine wichtige Rolle spielen: Es feuert seine kleineren Triebwerke, um die Flugbahn von Orion bei Bedarf zu korrigieren und sicherzustellen, dass die Kapsel sicher zur Erde zurückkehrt.

Artemis II: Besatzungskapsel und Servicemodul trennen sich kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre
Artemis II: Besatzungskapsel und Servicemodul trennen sich kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre

Beim Anflug auf unseren Heimatplaneten trennt sich das Europäische Servicemodul von der Besatzungskapsel und verglüht rückstandslos in der Erdatmosphäre, nachdem es seine Aufgabe erfüllt hat, die Astronaut*innen sicher nach Hause zu bringen. Die Artemis-II-Mission endet mit der Wasserung der Besatzungskapsel im Pazifischen Ozean.

Europäische Ingenieur*innen

Montage des Europäischen Servicemoduls 2
Montage des Europäischen Servicemoduls 2

Das zweite Europäische Servicemodul ist das Ergebnis einer umfangreichen Industrieleistung, die sich über fast ein Jahrzehnt erstreckt. Beiträge kamen aus zehn europäischen Ländern, mit 20 Hauptauftragnehmern und über 100 europäischen Zulieferern: von der Fertigung der Grundstruktur durch Thales Alenia Space in Turin, Italien, bis zur Integration aller Komponenten durch den Hauptauftragnehmer Airbus in Bremen.

Orion Mission Evaluation Room
Orion Mission Evaluation Room

Die wichtigen europäischen Beiträge zu Artemis II setzen sich nach dem Start fort. Europäische Ingenieur*innen werden die Mission rund um die Uhr begleiten – vom Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) der ESA in den Niederlanden, vom Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln, sowie vom Johnson Space Center der NASA in Houston – und dabei die fachkundige Überwachung der europäisch entwickelten Systeme sicherstellen.

„Auch wenn keine ESA-Astronaut*in an diesem Flug teilnimmt, so ist die Europäische Weltraumorganisation doch beteiligt", sagt Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für astronautische und robotische Exploration. „Die Exzellenz der europäischen Industrie wird durch die entscheidende Rolle unterstrichen, die das Europäische Servicemodul in dieser und den kommenden Missionen spielen wird. Dieses Know-how ist die Grundlage für künftige Beiträge im Rahmen der Artemis-Partnerschaft, aber auch für die Verwirklichung unserer eigenen europäischen Ziele in der astronautischen und robotischen Exploration.”