![]() |
ESOC und Hessen beschliessen Galileo-Gründerzentrum
Die Machbarkeitsstudie bestätigt ein großes Potential für die Großregion und empfiehlt, rasch ein Informations-, Anwender- und Gründerzentrum für Galileo in der unmittelbaren Nähe des Imageträgers ESOC aufzubauen. „Das Land Hessen wird gemeinsam mit dem ESA-Satellitenkontrollzentrum ESOC und weiteren Partnern in Darmstadt ein ’Galileo-Zentrum Hessen’ einrichten.“ Das sagte der Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel heute anlässlich einer Pressekonferenz bei ESOC in Darmstadt. In dem Zentrum sollen Informationen zum europäischen Satellitennavigationssystem – das 2010 seinen Dienst aufnehmen wird – bereitgestellt sowie Dienstleistungen für Gründer und bestehende Unternehmen angeboten werden, die Galileo-Anwendungen entwickeln und vermarkten wollen.
Frankfurter Flughafen, Straßennetz und Logistik als potentielle Galileo-Anwender Die möglichen Anwendungen seien vielfältig: Der Frankfurter Flughafen, das dichte Straßennetz, große Logistikzentren sowie Geo-Informationssysteme. In all diesen Feldern sei Hessen sowohl von der Infrastruktur als auch von der Unternehmenslandschaft und dem Forschungsumfeld her hervorragend aufgestellt. Diese Ressourcen müssten nun aktiviert und gebündelt werden, so Dr. Rhiel.
Das Land Hessen und ESOC hatten im Juli 2005 eine Machbarkeitsstudie für ein Galileo-Zentrum an das Darmstädter Beratungsunternehmen INI-Novation GmbH vergeben. In diesem Rahmen untersuchte INI-Novation, wie Hessen sein vielfältiges industrielles Potenzial mit Hilfe eines Gründer- und Anwendungszentrums effektiv nutzen kann und welchen Markt es dafür in der Region Südhessen und in angrenzenden Bundesländern gibt. Ebenso wurde untersucht, wie das Gründerzentrum optimal aufgestellt werden kann und welchen Anforderungen es entsprechen sollte.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: - Die schnelle Einrichtung eines Gründer- und Anwendungszentrums in unmittelbarer Umgebung zum Expertisezentrum und Image-Träger ESOC wird nahegelegt. - Die Einrichtung des Zentrums sollte nach Möglichkeit in Form eines Public-Private-Partnership erfolgen.
- Es wird ein zeitlich und inhaltlich gestufter Zentrumsaufbau empfohlen.
ESOC-Direktor Gaele Winters hatte bereits den Aufbau des europaweit ersten ESA-Gründerzentrums im Technologiezentrum ESA/ESTEC in den Niederlanden begleitet. Den Ergebnissen der aktuellen Studie folgend sieht er für das gemeinsame Gründerzentrum von ESA/ESOC und Hessen folgende Aufbauschritte:
1. Projektphase (Anlaufphase): Anfang 2006 bis Mitte 2007
2. Ausbauphase: Mitte 2007 bis Ende 2008
3. Vollbetrieb ab 2009
Finanzierung des Gründerzentrums durch Hessen, ESA und weitere Interessenten Als direkter Finanzierungsbedarf für das Zentrum sind in einem Zeitraum von 2006 bis 2008 insgesamt 600.000 Euro vorgesehen, die über eine Projektförderung der oben beschriebenen Leistungen erbracht werden. Hinzu kommen direkte Zuschüsse an die Gründer im Zeitraum 2006-2008 in Höhe von rund 500.000 Euro. Die Finanzierung wird durch das Land Hessen und die ESA sichergestellt werden. Ab 2009 soll sich das Zentrum selbst tragen. Rhiel: „Wir werden jetzt zügig einen Projektträger finden, der die vorbereitenden Arbeiten übernimmt und die Gründung des Zentrums vorbereitet. Wir sind zurzeit in Gesprächen mit öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen, die neben dem Land und ESOC als weitere Partner beim Galileo-Zentrum in Betracht kommen.“
ESOC-Direktor Gaele Winters unterstreicht abschließend: „Eine ureigene Aufgabe der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der europäischen Industrie auf den internationalen Märkten sicherzustellen. Bei Galileo geht es in den nächsten Jahrzehnten um den Gewinn, oder Verlust, von zehntausenden von High-Tech-Arbeitsplätzen in Europa. Mit diesem Gründerzentrum wollen wir die jungen klugen Köpfe und die existierenden Unternehmen der Großregion im Zukunftsbereich Navigation stimulieren, damit sie sich auch im globalen Umfeld erfolgreich behaupten können.“
Pressekontakte: Europäisches Satellitenkontrollzentrum ESA / ESOC: Jocelyne Landeau-Constantin, Leiterin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel: 0 61 51 / 90 26 96 Email: jlc @ esa.int
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung:
INI-Novation GmbH Darmstadt
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||