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N° 16–2026: Wichtigste Ergebnisse der 345. Sitzung des ESA-Rates

19 March 2026

Der ESA-Rat schloss seine 345. Sitzung mit Beschlüssen ab, die die bemannte astronautische Raumfahrt Europas vorantreiben, internationale Partnerschaften stärken und die Fähigkeiten zur planetarischen Verteidigung verbessern.

Die vom 18. bis 19. März 2026 in Interlaken (Schweiz) abgehaltene Sitzung begann mit Dankesworten von ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher und den ESA-Mitgliedstaaten an die Schweizer Delegation und den Ratsvorsitzenden Renato Krpoun für die Ausrichtung dieser Sitzung und für die langjährige Unterstützung der Agentur durch die Schweiz.

Der Rat erörterte wichtige strategische Prioritäten für die Agentur, darunter die Umsetzung der Beschlüsse, die während der Ratstagung auf Ministerebene im November 2025 (CM25) gefasst wurden, sowie die nächsten Schritte zur Stärkung der europäischen Weltraumprogramme.

EPIC-Missionskonzept gebilligt

Der Rat billigte das Konzept der EPIC-Mission (ESA Provided Institutional Crew) zur Internationalen Raumstation (ISS). EPIC soll die strategische Nutzung der ISS durch Europa, insbesondere im wissenschaftlichen Bereich, in den verbleibenden Jahren maximieren und steht im Einklang mit dem E3P-Ziel, „regelmäßige Flugmöglichkeiten für ESA-Astronauten bereitzustellen“. Das Konzept sieht vor, im ersten Quartal 2028 in Zusammenarbeit mit interessierten internationalen Partnern eine Crew-Dragon-Mission für einen mittellangen Aufenthalt auf der ISS zu erwerben.

ESA-JAXA-Kooperation bei RAMSES festgelegt

Die Mitgliedstaaten genehmigten die Zusammenarbeit zwischen ESA und JAXA bei Ramses, einer Mission zur detaillierten Untersuchung des Asteroiden Apophis. JAXA beabsichtigt, eine thermische Infrarotkamera (TIRI) sowie leichte Solarpaneele und eine H3-Trägerrakete beizusteuern, was einen bedeutenden Fortschritt für die Zusammenarbeit im Bereich der Planetenabwehr (Planetary Defense) darstellt.

Kanada vertieft Zusammenarbeit mit der ESA

Der Rat genehmigte die Teilnahme Kanadas an den folgenden ESA-Programmen: „Accelerating Commercialisation and Competitiveness of the European Space Sector“ (ACCESS), „European Resilience from Space – Earth Observation“ (ERS-EO), „Moonlight“ und „FutureNAV“. Dieser Beschluss folgt auf Kanadas größten Beitrag an die ESA auf der CM25, seit Beginn der Partnerschaft mit der Agentur im Jahr 1979.

Zusammenarbeit zwischen ESA und EU

Die Mitgliedstaaten prüften die Fortschritte bei den Vorbereitungen für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU (MFF 2028–2034). Dabei wurde auch der Stand der Gesetzgebungsarbeiten in der EU zum vorgeschlagenen Europäischen Wettbewerbsfonds (ECF) und zum vorgeschlagenen „EU-Weltraumgesetz“ erörtert. Da 40 % der CM25-Abonnements auf künftige EU-Initiativen abgestimmt sind, bekräftigt die ESA ihre Bereitschaft, als Agentur für Technik und Systementwicklung für das EU-Weltraumprogramm zu fungieren, und setzt sich gleichzeitig für einen inklusiven Ansatz für alle EU- und ESA-Mitgliedstaaten ein.

Weltraumsicherheit

Die Mitgliedstaaten genehmigten die Zusammenarbeit mit der Carnegie Institution for Science zur Unterbringung und zum Betrieb des FlyEye-2-Teleskops der ESA am Las-Campanas-Observatorium (Chile), wodurch die europäischen Fähigkeiten zur Erkennung und Verfolgung von erdnahen Objekten erweitert werden.

Interne Organisation

Der Rat ernannte Juan Carlos Cortés Pulido, Leiter der spanischen Delegation, zum neuen Vorsitzenden des ESA-Rates und Tanja Permozer, Leiterin der slowenischen Delegation, sowie Kimmo Kanto, Leiter der finnischen Delegation, zu stellvertretenden Vorsitzenden für eine Amtszeit von zwei Jahren ab dem 1. Juli 2026. Er genehmigte außerdem die Wiederernennung von Carole Mundell als Direktorin für Wissenschaft und von Dietmar Pilz als Direktor für Technologie, Engineeringund Qualität für eine zweite vierjährige Amtszeit, die bis zum 28. Februar 2031 bzw. 30. April 2031 läuft.

Ethik und Kultur

Der Rat nahm den ersten jährlichen Tätigkeitsbericht des ESA-Ethikbeauftragten zur Kenntnis, einer unabhängigen Anlaufstelle für ethische Belange und zur Beratung der Leitung hinsichtlich der Stärkung der Integritätskultur der ESA. Der Bericht hob hervor, dass die ESA eine äußerst vielfältige und stark engagierte Organisation ist, die sich in einem bedeutenden Wandel befindet, mit einer Führung, die „ein klares Bekenntnis nicht nur dazu zeigt, das Richtige zu tun, sondern auch dazu, die Dinge richtig zu tun“.

Zwei Statusberichte veröffentlicht

Der Rat nahm zwei Statusberichte zur Kenntnis und genehmigte deren Veröffentlichung, womit er das Bekenntnis der Agentur zu Transparenz und Rechenschaftspflicht unterstrich:

Statusbericht über Weltraumtransportprogramme

Statusbericht über Bodensystemtechnik und -betrieb

ESA-SSAU-Projektfonds

Am Rande der Ratssitzung unterzeichnete ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher Finanzierungsvereinbarungen mit der Generaldirektorin der Schwedischen Weltraumagentur (SNSA), Ella Carlsson, und der britischen Weltraumagentur (UKSA), vertreten durch Paul Bate, wodurch zusätzliche nationale Beiträge zum Projektfonds der ESA und der Staatlichen Weltraumagentur der Ukraine (SSAU) ermöglicht werden. Dies baut auf der am 30. Oktober 2025 zwischen der ESA und der SSAU unterzeichneten Durchführungsvereinbarung auf, die sieben Demonstrationsprojekte umfasst und die gemeinsame Arbeit mit ukrainischen Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmen sowie den ESA-Mitgliedstaaten unterstützt.

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Über die Europäische Weltraumorganisation

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist das Tor Europas zum Weltraum. 

Die ESA ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürger:innen in Europa und weltweit zugutekommen. 

Die ESA hat 23 Mitgliedstaaten: Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden, die Schweiz, Slowenien, und das Vereinigte Königreich. Zypern, Lettland, Litauen und die Slowakei sind assoziierte Mitglieder. Die ESA hat eine formelle Zusammenarbeit mit drei weiteren Mitgliedstaaten der EU aufgebaut. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil. 

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Sie arbeitet insbesondere mit der EU an der Umsetzung der Programme Galileo und Copernicus sowie mit EUMETSAT an der Entwicklung meteorologischer Missionen.

Mehr über die ESA erfahren Sie unter www.esa.int