Erstflug der Ariane 6 mit vier Boostern
Am 12. Februar zwischen 17:45 und 18:13 Uhr MEZ(13:45 bis 14:13 Uhr Ortszeit) ist der Start von Europas stärkster Rakete geplant – nun in einer noch leistungsfähigeren Konfiguration. Auf dem Flug VA267 wird die Ariane 6 32 Satelliten für Amazons Leo-Konstellation in eine erdnahe Umlaufbahn bringen. Für Ariane 6 ist es der sechste Flug und der erste, bei dem vier Booster die Rakete vom Startplatz im europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana abheben lassen.
Der Start kann ab 30 Minuten vor dem Abheben live via ESA Web TV verfolgt werden. Der Flug wird vom Start bis zur Abtrennung der letzten Satelliten 114 Minuten dauern.
Die bisher leistungsstärkste Version
Die Ariane 6 ist eine dreistufige Trägerrakete, bei der erst die Booster, dann die Hauptstufe und schließlich die Oberstufe ihren Treibstoff verbrauchen, um die Nutzlast in die Umlaufbahn zu befördern. Die Anzahl der Booster und die Länge der Raketenspitze, die sogenannte Nutzlastverkleidung, können je nach Mission angepasst werden.
In ihrer Konfiguration mit vier Boostern verfügt die Ariane 6 über die doppelte Leistung gegenüber der Version mit zwei Boostern, die seit dem Erstflug im Jahr 2024 bereits fünf Mal gestartet ist. Die von der Ariane 6 verwendeten P120C-Booster gehören zu den leistungsstärksten einteiligen Motoren, die weltweit hergestellt werden. Mit vier Boostern erreicht die Ariane 6 eine völlig neue Leistungsklasse. Mit dem zusätzlichen Schub der beiden zusätzlichen Booster kann die Ariane 6 rund 21,6 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Das ist mehr als das Doppelte der 10,3 Tonnen, die sie mit nur zwei Boostern transportieren kann. Der Flug wird die Leistungsfähigkeit von vier gemeinsam mit der Hauptstufe arbeitenden Boostern unter realen Flugbedingungen demonstrieren und nachweisen.
Hoch hinaus
Für diesen Flug wird die Ariane 6 eine hohe Nutzlastverkleidung verwenden, in der die 32 Leo-Satelliten untergebracht sind und die sie bis zum Erreichen des Weltraums vor Umgebungsbedingungen schützt. Die Verkleidung ist 20 m hoch und hat einen Durchmesser von 5,4 m. Zum Vergleich, man könnte auch vier aufeinanderstehende Giraffen in ihr transportieren.
Da es sich um den ersten Flug mit dieser Raketenspitze handelt, ist es die bislang höchste Ariane 6. Nach dem Zusammenbau auf der Startrampe im europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana wird sie 62 m hoch sein, was in etwa der Höhe eines 20-stöckigen Gebäudes entspricht.
Dieser Flug wird Ariane 6 in ihrer leistungsstärksten Version zeigen. Für die Entwicklung der Ariane 6 arbeitet die Europäische Weltraumorganisation mit einem Netzwerk von Unternehmen aus 13 europäischen Ländern zusammen, angeführt vom Hauptauftragnehmer und Konstruktionsverantwortlichen ArianeGroup. Für den Betrieb des Weltraumbahnhofs in Französisch-Guayana ist die französische Weltraumagentur CNES zuständig. Arianespace fungiert als Startdienstleister.
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