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Ramses central tube in cleanroom
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Das Grundgerüst der Asteroidenmission Ramses steht

25/06/2026 116 views 5 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Der Bau der ESA-Asteroidenmission Ramses hat in einem Reinraum in Bremen begonnen. Das zentrale Rohr des Raumfahrzeugs ist nun fertiggestellt; um dieses herum werden derzeit weitere Bauteile montiert, damit Ramses rechtzeitig für das Rendezvous mit dem Asteroiden Apophis bereit ist, bevor dieser am 13. April 2029 an der Erde vorbeifliegt.

Das Grundgerüst von Ramses
Das Grundgerüst von Ramses

Das aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigte Zentralrohr, einem robusten und zugleich leichten Verbundwerkstoff, der auch bei Rotorblättern von Windkraftanlagen und Formel-1-Rennwagen zum Einsatz kommt, ist etwa 1,55 m hoch und wiegt knapp 40 kg. Es bildet das strukturelle Rückgrat von Ramses, um das herum nun die ersten Komponenten montiert werden, darunter Paneele und mechanische Teilsysteme. 

„Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein für uns, denn Ramses ist eine Mission, die buchstäblich nicht zu spät kommen darf“, sagt Paolo Martino, der ESA-Missionsleiter für Ramses. „Wir müssen unbedingt im Frühjahr 2028 starten. Normalerweise müssen Asteroidenmissionen weit in den Weltraum vorstoßen, doch dieses Mal kommt der Asteroid zu uns und wird in einem Abstand von nur 32.000 km an der Erde vorbeifliegen. Doch obwohl Apophis uns so nahekommt, müssen wir ihn dennoch 10 Monate vor seinem Vorbeiflug an der Erde im tiefen Weltraum verfolgen, um ihn zum richtigen Zeitpunkt abzufangen.“ 

„Indem Ramses in der Nähe des 375 m großen Asteroiden Apophis verbleibt, während die Schwerkraft der Erde auf ihn einwirkt, wird die Sonde, zusammen mit den beiden schuhkartongroßen CubeSats, die sie mitführt, Erkenntnisse über die Zusammensetzung und Struktur des Asteroiden gewinnen und damit einen Beitrag zur planetarischen Verteidigung leisten.“

Die Ramses-Mission der ESA am Asteroiden Apophis
Die Ramses-Mission der ESA am Asteroiden Apophis

OHB Italia ist der Hauptauftragnehmer der ESA für Ramses, wobei die OHB System AG mit Standorten in Bremen und München die strukturelle Integration leitet. Das Zentralrohr von Ramses stammt von Beyond Gravity, die Strukturplatten von APCO Technologies und weitere Tragkonstruktionen von OHB Czechspace

Um die feste Frist für den Start mit der japanischen H3-Rakete im Jahr 2028 einzuhalten, müssen Entwicklung, Integration und Tests von Ramses in weniger als zwei Jahren abgeschlossen sein. Um dies zu erreichen, greift Ramses auf Konstruktionselemente der ESA-Asteroidenmission Hera zurück, die im November dieses Jahres den Asteroiden Dimorphos erreichen soll. 

Ramses-Zentralrohr im Reinraum
Ramses-Zentralrohr im Reinraum

„Mit dem Beginn der Integrationsarbeiten im Reinraum ist Ramses nun eindeutig in die Umsetzungsphase gestartet“, kommentiert Andreas Gierse, der bei OHB für die Struktur, die Thermomanagement- und Antriebssysteme des Raumfahrzeugs verantwortlich ist. „Der Zeitplan ist ehrgeizig, aber dank unserer Erfahrung – insbesondere aus der Hera-Mission – verfügen wir über das nötige Know-how, um diesen Zeitplan einzuhalten und gleichzeitig höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.“

Das fertige Ramses-Raumfahrzeug wird aus zwei Hauptmodulen bestehen, die beide parallel – in Bremen und in Mailand – integriert werden, um entscheidende Zeit im Ablaufplan zu sparen. Das Antriebsmodul von Ramses wird Ende Juni von O HB Bremen an die ArianeGroup in Lampoldshausen (Deutschland) geliefert, wo Tanks, Triebwerke, Ventile und Rohrleitungen eingebaut werden. 

Das Kernmodul wird unterdessen bei OHB Italia entwickelt und wird die Hauptelektronik, den Bordcomputer von Ramses, das Lageregelungssystem sowie das Kommunikations- und Navigationssubsystem beherbergen. 

Ramses-Missionspatch
Ramses-Missionspatch

Die beiden Module werden Anfang 2027 im ESTEC-Testzentrum der ESA in Noordwijk, Niederlande, zu dem kompletten Ramses-Raumfahrzeug zusammengebaut. 

Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB, erklärt: „Ramses steht für Europas klares Bestreben, eine führende Rolle in der planetaren Verteidigung zu übernehmen – und für unsere Fähigkeit, hochkomplexe Missionen unter extremem Zeitdruck erfolgreich durchzuführen.“

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Ramses: Die Mission der ESA zum Rendezvous mit dem Asteroid Apophis
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