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Tiefe Gräben auf dem Mars
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Das neue Bild des Mars und seiner Monde

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ESA / Space in Member States / Germany

 

Ein wesentlicher Bestandteil der Mission ist die hochauflösende Stereo-Kamera HRSC. Mit ihr entstanden die exzellenten und aufregenden Aufnahmen von der Marsoberfläche und den beiden Monden. Dabei geht es jedoch nicht um Ästhetik, sondern um knallharte Wissenschaft. Dazu muss die gigantische Datenflut, die von den insgesamt zehn Aufnahmekanälen der Kamera kommt, zunächst aufbereitet werden. Das geschieht am DLR in Berlin-Adlershof. Aus den prozessierten Daten werden dann je nach Aufgabenstellung Aufnahmen in verschiedener Spektralzusammensetzung erstellt. Mittels der Stereokanäle können auch 3D-Bilder generiert werden. Es entstanden spektakuläre Aufnahmen von Vulkan- und Einschlagskratern, Canyons, ausgetrockneten Flussläufen oder Wasser- und Trockeneis auf der Marsoberfläche. Und den Forschern bot sich ein neues Bild des Mars, wie sie ihn noch nie gesehen haben.

Wie komplex das Unternehmen einerseits und wie gefragt die Ergebnisse andererseits sind, zeigt allein die Tatsache dass an dem Kameraexperiment 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen beteiligt sind.

Marsmonde

Marsmond Phobos alsRohbild (links) und bearbeitetes Bild
Marsmond Phobos alsRohbild (links) und bearbeitetes Bild

Mars Express hat nicht nur den Roten Planeten im Visier, sondern auch dessen Begleiter Phobos und Deimos. Dank der elliptischen Umlaufbahn der Raumsonde gelangen mehrere nahe Vorbeiflüge, bei denen die Masse von Phobos (durch das Radiosondierungsverfahren MARS), seine exakte Bahn, sein Volumen (durch HRSC) und seine Dichte bestimmt werden konnten. Mit einer Auflösung von bis zu 4,4 Metern pro Pixel fertigte die HRSC-Kamera im März 2010 die bislang besten und detailreichsten 3D-Bilder des 27 x 22 x 19 Kilometer großen Mondes an. Bereits zuvor, im Dezember 2009, gelang der Stereokamera die beiden Winzlinge Phobos und Deimos erstmals gemeinsam und hochauflösend in einer Bildersequenz festzuhalten.

Die Beobachtungen bestätigen die Annahme, dass sich beide Monde in ihren Umlaufbahnen mehr und mehr dem Roten Planeten nähern, bis sie in zehn bis zwanzig Millionen Jahren auseinanderbrechen und abstürzen.

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