Die 30. Sommerschule Alpbach bestätigte ihren herausragenden Ruf als Bildungsstätte des kreativen geo- und kosmoswissenschaftlichen Nachwuchses. In diesem Jahr beschäftigen sich 61 junge Wissenschaftler, Ingenieure und Studenten aus 17 Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Beobachtung von Naturkatastrophen aus dem Weltraum.
Zum 30. Mal lud die im malerischen Bergdorf Alpbach in Tirol liegende Sommerschule zu einem Thema der Weltraumforschung ein. Im Visier der Jungforscher stand 2006 die „Beobachtung von Naturkatastrophen aus dem Weltraum“. Dabei ging es vor allem um die Verbesserung der räumlichen und zeitlichen Vorhersage von Überschwemmungen, Erdrutschen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen. Das Ziel derartiger Forschungen und Untersuchungen ist stets darauf gerichtet, Naturkatastrophen zu verhindern oder deren Schäden zu minimieren.
Der Organisator der hochkarätigen Veranstaltung, die Agentur für Luft- und Raumfahrt in der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG), legt dabei besonderen Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis. Intensive Unterstützung kommt seit Jahren von der ESA und deren Mitgliedsstaaten sowie dem International Space Science Institute ISSI und weiteren Partnern.
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Arbeitsteams für Überschwemmungen, Erdrutsche, Erdbeben und Vulkanausbrüche
Zu Beginn der zehntägigen Veranstaltung formierten sich vier Teams. Das Team „Blau“ untersuchte die wissenschaftlichen Grundlagen und technischen Möglichkeiten zum Katastrophenmanagement bei Überschwemmungen, das Team „Grün“ beschäftigte sich mit Erdrutschen, das Team „Orange“ mit Erdbeben und das Team „Rot“ mit Vulkanausbrüchen.
Wie in Alpbach üblich, wurden die Teilnehmer durch hochkarätige Vorträge von international anerkannten Experten an die Thematik herangeführt. Danach begann der praktische Teil. Die vier Teams mussten ihr erworbenes Wissen in Missionsvorschläge umsetzen. Am letzten Tag wurden die Arbeiten schließlich von einer internationalen Jury unter Leitung des renommierten Meteorologen und Klimaforschers Prof. Hartmut Grassl, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie und Direktor des Weltklimaforschungsprogrammes, begutachtet.
Team „Rot“ gewinnt
Den besten Beitrag lieferte nach Ansicht der Jury das Team „Rot“. Mit „volcano haSAT“ entwickelten die Mitglieder der Arbeitsgruppe ein hochmodernes bildgebendes Radarsystem, das eine schnelle Erkennung sich abzeichnender Vulkanausbrüche ermöglichen soll. Ein derartiger Satellit könnte zunächst Informationen für eine weltweite Datenbasis zu Vulkanen und deren Gefahrenpotenzial bilden. Später wäre dann sein Einsatz als Frühwarnsatellit denkbar.
Von der Leistung der Teilnehmer als auch der Vortragenden war besonders Prof. Grassl beeindruckt: „Niemals zuvor erhielt ich einen derart hervorragenden und umfassenden Überblick über Naturkatastrophen und die bereits existierenden technischen Möglichkeiten zur Überwachung aus dem Weltraum wie auf dieser Veranstaltung. Ich möchte keine der Präsentationen missen.“
Sommerschule Alpbach: Kreativschmiede für Forschung und Industrie
Ein Rückblick auf 30 Alpbacher Sommerschulen zeigt die wachsende Bedeutung derartiger Veranstaltungen für Wissenschaft, Forschung und Industrie. Die jungen Forscher gehen „unverbraucht“ und oftmals unkonventionell an die Lösung der Aufgaben heran. Vielleicht sind einige der präsentierten Vorschläge noch nicht ausgereift, stecken aber voller neuer Ideen. Einige dieser Ideen finden sich später in realen Projekten und Missionen der ESA und nationaler Raumfahrtorganisationen wider.
Aber nicht nur die Ideen sind gefragt. Jeder Teilnehmer erhält zum Abschluss der jeweiligen Sommerschule eine Teilnahmebescheinigung, die bei Bewerbungen in Forschung und Industrie des jeweiligen Heimatlandes schon so manche Tür geöffnet hat. Und für den beruflichen Erfolg früherer Teilnehmer spricht, dass mindestens zwei von ihnen in diesem Jahr selbst Vortragende in Alpbach waren.
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Agentur für Luft- und Raumfahrt der FFG
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