Medien-Modal
Mannheim wird zum Raumfahrt-Mekka
Die Idee, den Besucher einzuladen, mit dem Raumschiff LTA die irdische Welt einmal zu verlassen, stößt auf großes Interesse. Aus ganz Deutschland kommen die Neugierigen, um in die Welt der Astronauten einzutauchen. Auch viele Familien nutzen die Gelegenheit, einen Kurzaufenthalt im All zu verbringen. Denn Langeweile tritt in diesem Museum bestimmt nicht auf. An den zahlreichen Mitmachstationen zum Beispiel können Groß und Klein ihre astronautischen Fähigkeiten testen und Raumfahrtphänomene wie etwa den Raketenantrieb selbst ausprobieren.
Space for kids
Großer Beliebtheit erfreut sich auch das seit Ende Oktober geöffnete Programm „Space for kids“ für Kinder ab dem Vorschulalter. In einem räumlich von der Ausstellung getrennten Bereich wird mit spielerischen Elementen und spannenden Experimenten das Thema Raumfahrt erlebbar gemacht. Lernen durch "Begreifen" ist hier das Motto. Begleitet von einem Mentor begeben sich die vier bis 10-jährigen auf eine fiktive Gruppenreise zum Planeten Mars. Mit der entsprechenden Ausrüstung ausgestattet, analysieren sie die Atmosphäre des Roten Planeten, können einen Rover steuern, Aufnahmen machen und Gesteins- und Eisproben entnehmen, die sie anschließend in den Laboren der Marsstation untersuchen. Auf diese Weise soll "Space for kids" die Kleinen altersgerecht an die Inhalte heranführen und Erklärungen für die bisher unbeantworteten Fragen bieten. Die in blauen Astronautenanzügen gekleideten Mentoren kommen manchmal ganz schön ins Schwitzen bei den teilweise kniffligen Fragen der Kinder. "Letztens fragte ein sieben Jahre altes Mädchen zum Beispiel, wie eine Kerze im Weltall brennt. Da musste ich selber nochmal überlegen. Viele fragen auch, ob ich schon mal als Astronaut im Weltraum war. Diese Anzüge imponieren den Kleinen ziemlich", sagt Christopher, einer der studentischen Mitarbeiter im LTA.
Medien-Modal
Weit gereiste Exponate
Aber nicht nur die Kleinsten kommen auf ihre Kosten. Die Ausstellung „Abenteuer Raumfahrt“ hat für jeden etwas zu bieten. Auf den 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt es allerhand zu sehen, staunen und anzufassen. Neben Modellen etwa von Raumsonden und Satelliten in Originalgröße, gibt es eindrucksvolle Bilder, wie zum Beispiel eine begehbare Satellitenaufnahme und ungewöhnliche – wenn auch alltägliche – Dinge wie ein Kühlschrank für den Weltraum. Dabei haben die Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut; unter größtem Aufwand wurden die Originalstücke, die tatsächlich im All waren, aus aller Welt nach Mannheim geflogen. Teilweise waren komplizierte Verhandlungen nötig, um die Raritäten für die Ausstellung als Leihgabe zur Verfügung gestellt zu bekommen. So kam zum Beispiel der 1000 Quadratmeter große Fallschirm der Shenzhou-Kapsel, einer chinesischen Raumfahrtrückkehr-Kapsel, mit einiger Verspätung auf die Ausstellung, weil im Vorlauf lange Gespräche mit der chinesischen Raumfahrtindustrie geführt werden mussten. Auch eine Nachbildung des ersten sowjetischen Satelliten Sputniks, mit dem die Sowjetunion dem Westen - der sich bis dahin technisch überlegen glaubte - im Jahr 1957 einen Schock versetzte, wurde nach Mannheim „eingeflogen“. Täuschend echt wirkt daneben der legendäre Sputnik-Keller, indem es sogar ein wenig modrig riecht. Aus einem solchen Keller wurden im Oktober 1957 zum ersten Mal außerhalb der Sowjetunion die Signale des künstlichen Satelliten empfangen. Auch die Raumkapsel Wostok aus dem Jahr 1961, mit der Juri Gagarin - der erste Mensch im All - zur Erde zurückkehrte, dokumentiert einen wichtigen Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.
Medien-Modal
Die sechsmonatige Ausstellung ist noch bis 9. April geöffnet und wird umrandet von einem großen Rahmenprogramm mit Vorträgen und Besuchen von Astronauten und Wissenschaftlern aus aller Welt.
Raumfahrtausstellung Mannheim
auf dem Laufenden bleiben
Abonnieren Sie unseren Newsletter, um die neuesten Nachrichten, Missionsupdates und exklusiven Einblicke direkt in Ihrem Posteingang zu erhalten. Erfahren Sie als Erste von unseren kommenden Projekten und Durchbrüchen.