Die Familie des Argonaut-Mondlanders wird erweitert
Heute begrüßt das Mondlandefährenprogramm „Argonaut“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA neue Mitglieder in seiner wachsenden Familie. Im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der ESA in der Nähe von Köln unterzeichnete Thales Alenia Space Italien – der Hauptauftragnehmer für das erste Argonaut-Landeelement – Vereinbarungen mit Thales Alenia Space Frankreich, OHB in Deutschland sowie Thales Alenia Space und Nammo im Vereinigten Königreich.
Argonaut steht für Europas autonomen, vielseitigen und zuverlässigen Zugang zum Mond. Beginnend mit der ersten Mission im Jahr 2030 sollen die Argonaut-Lander mit Ariane-6-Raketen gestartet werden, die jeweils bis zu 1,5 Tonnen Fracht für die Erforschung des Mondes zur Mondoberfläche transportieren, darunter wissenschaftliche Instrumente und Rover sowie lebenswichtige Ressourcen für Astronautinnen und Astronauten wie Nahrung, Wasser und Luft.
Anfang dieses Jahres beauftragte die ESA Thales Alenia Space Italy mit der Leitung der Entwicklung der ersten Argonaut-Landefähre, dem sogenannten Lunar Descent Element. Die heutige Unterzeichnungszeremonie fand an einem symbolträchtigen Ort statt: der LUNA-Analog-Anlage im EAC, wo sich ein Argonaut-Modell in Originalgröße befindet – eine greifbare Vision der zukünftigen Präsenz Europas auf dem Mond.
Lernen Sie das Team kennen
Das industrielle Team für das Argonaut Lunar Descent Element vereint Fachwissen aus ganz Europa:
- Thales Alenia Space, Italien: Hauptauftragnehmer und Systemintegrator, leitet das Konsortium, das das Landeelement baut, und ist für die Montage und Erprobung der Struktur verantwortlich.
- Thales Alenia Space, Frankreich: Entwicklung und Validierung des Datenverarbeitungssubsystems und der Bordcomputer.
- OHB System AG, Deutschland: Lieferung von Leit-, Navigations- und Steuerungssystemen sowie Telekommunikations- und Stromversorgungssystemen und wichtiger Hardware wie Solaranlagen und Batterien.
- Thales Alenia Space, Vereinigtes Königreich: verantwortlich für die Entwicklung des Antriebssubsystems und die Beschaffung wichtiger Komponenten wie Treibstofftanks.
- Nammo, Vereinigtes Königreich: Konstruktion und Lieferung des Haupttriebwerks der Landefähre.
Auf zum Mond
Argonaut wird eine zentrale Rolle bei zukünftigen robotergestützten und astronautischen Missionen spielen und internationale Bemühungen wie das Artemis-Programm der NASA unterstützen, um eine nachhaltige Präsenz des Menschen auf dem Mond zu etablieren. Indem Argonaut Europa einen unabhängigen Zugang zu unserem natürlichen Satelliten ermöglicht, stärkt es die Rolle Europas als zuverlässigem Partner in der globalen Weltraumforschung.
Mit den heutigen Vereinbarungen, die das industrielle Team für die erste Mondlandefähre endgültig festlegen, macht Europa einen entscheidenden Schritt in Richtung Mond. Die wachsende Argonaut-Familie vereint Fachwissen aus ganz Europa und spiegelt nicht nur die europäischen Ambitionen wider, sondern auch die Stärke der Zusammenarbeit in seiner Raumfahrtindustrie. Argonaut wird wichtige Fracht zur Mondoberfläche transportieren und damit neue Möglichkeiten eröffnen: Es wird wissenschaftliche Forschung ermöglichen, Astronautinnen und Astronauten unterstützen und den Weg für eine dauerhafte Präsenz Europas auf dem Mond ebnen.