Das größte Problem sind jedoch meist kleine Fragmente, die von Oberstufen- und Satelliten-Explosionen oder von Antisatellitenwaffen-Tests, herrühren. Deren Umlaufbahnen differieren stark. So brachte der chinesische Test einer Antisatellitenwaffe am 10. Februar 2007, bei dem ein ausgedienter chinesischer Satellit zerstört wurde, mehr als 3300 katalogisierte Fragmente hervor, die größer als zehn Zentimeter sind. Die entstandene Anzahl noch kleinerer Teilchen ist wesentlich größer und kann nur geschätzt werden.
Eher ins Reich der Kuriositäten gehören einige wenige Werkzeuge, die Astronauten bei Weltraumausstiegen verloren haben. Solche herumvagabundierenden Geräte könnten allerdings der Raumstation ISS gefährlich werden, wenn ihre Umlaufbahn sich so verändert, dass sie sich mit hoher Geschwindigkeit der Station nähern.
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Der „Müllberg“ wird größer
Am Stichtag 03. April 2013 waren 3.588 Satelliten oder Raumflugkörper sowie 13.061 weitere Objekte beim US Space Surveillance Network (siehe Beitrag „Erfassung und Vorhersage“) detailliert erfasst. Mit mathematischen Modellen haben die Wissenschaftler weiter ermittelt, dass sich etwa 29.000 Objekte, die größer als zehn Zentimeter sind, im Orbit befinden. Dazu kommen etwa 670.000 Teile, die größer als ein Zentimeter und 170 Millionen Teilchen, die größer als ein Millimeter sind. Die Gesamtmasse aller Objekte in Erdbahnen liegt bei weit über 6.300 Tonnen.
Vor allem bei den kleineren Teilen gibt es in Anzahl und Masse ständig Veränderungen, denn ein großer Teil des Mülls verglüht im Lauf der Jahre immer wieder in der Erdatmosphäre, da sich die Raumfahrtaktivitäten überwiegend in Erdnähe auf Orbits unterhalb von 1.000 Kilometern abspielen. In diesem Bereich werden sowohl Raumflugkörper als auch Schrott durch die vorhandene Restatmosphäre abgebremst und in der Endphase ihres Lebens in den dichteren Schichten durch Reibung mit den Atmosphärenteilchen erhitzt bis sie verglühen. Das kann auf niedrigen Bahnen bereits nach wenigen Tagen geschehen, aber auch Monate oder Jahre dauern. Gleichzeitig kommen ständig neue Fragmente hinzu.
Doch mit der Zunahme von Satelliten, die sich auf hohen Umlaufbahnen zwischen 1.000 und 20.000 Kilometern oder auf der geostationären Bahn in 36.000 Kilometern Höhe befinden, steigt inzwischen die Anzahl langlebiger Fragmente, die Jahrzehnte oder noch länger unseren Heimatplaneten umkreisen werden.
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