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Italy and beyond imaged by Sentinel-3C
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Sentinel-3C liefert erste Bilder der Erde

08/10/2026 59 views 0 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Nur zwei Wochen nach seinem Start hat der Satellit Copernicus Sentinel-3C erste Bilder und Messdaten von zwei seiner wichtigsten Instrumente geliefert. Dieser bedeutende Meilenstein bestätigt, dass der Satellit einwandfrei arbeitet und auf gutem Weg ist, den Zustand von Ozeanen, Landflächen, Kryosphäre und Atmosphäre der Erde zu überwachen.

Zu den ersten Aufnahmen gehören beeindruckende Ansichten von Italien, der Arktis und der Karibik, aufgenommen mit dem Ozean- und Landfarbeninstrument des Satelliten. Hinzu kommen Messungen der Höhe des grönländischen Eisschilds und der Meeresoberfläche durch das Radaraltimeter mit synthetischer Apertur.

Sentinel-3C ist der dritte Satellit der Sentinel-3-Reihe und setzt die langfristige Aufgabe der Mission fort, Umweltdaten zu liefern, die für zahlreiche Anwendungen unverzichtbar sind.

Als Arbeitspferd von Copernicus tragen alle Sentinel-3-Satelliten dieselben Instrumente an Bord, um Ozeane, Landflächen, Kryosphäre und Atmosphäre der Erde systematisch zu vermessen.

Sentinel-3 überwacht Veränderungen auf der Erde
Sentinel-3 überwacht Veränderungen auf der Erde

Über den Ozeanen misst Sentinel-3 Temperatur, Farbe und Höhe der Meeresoberfläche sowie die Dicke des Meereises. Das hilft zum Beispiel dabei, Meeresverschmutzung und marine Hitzewellen zu überwachen.

Über Land überwacht die innovative Mission Dürren und Waldbrände, kartiert die Landnutzung, prüft den Zustand der Vegetation und misst die Höhe von Flüssen, Seen und polaren Eisschilden, wie die Animation von Grönland weiter unten zeigt.

Besonders wertvoll sind die Beobachtungen von Sentinel-3 außerdem, weil sie nahezu in Echtzeit Parameter für die Wettervorhersage liefern und langfristige Veränderungen durch den Klimawandel erfassen.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bereitet Sentinel-3C derzeit noch auf den Regelbetrieb vor. Diese wichtige und anspruchsvolle Inbetriebnahme wird weitere fünf Monate dauern. Doch schon nach zwei Wochen im Orbit zeigen die ersten Bilder, dass der Satellit hervorragende Ergebnisse verspricht.

Das erste Bild nahm das Ozean- und Landfarbeninstrument am 30. September auf. Die eindrucksvolle Echtfarbenaufnahme zeigt Italien in wunderbarer Detailfülle und reicht von Süddeutschland im Norden bis nach Sizilien und ins südliche Mittelmeer.

Italien und Umgebung, aufgenommen von Sentinel-3C
Italien und Umgebung, aufgenommen von Sentinel-3C

Knapp oberhalb der Bildmitte hebt sich die weite, flache Poebene, das landwirtschaftliche Herz Italiens, in Braun- und Grüntönen ab. Direkt nördlich davon bilden die schneebedeckten Alpen einen dramatischen Kontrast zum Tiefland, ihre hellen Gipfel sind vor der umgebenden Landschaft deutlich zu erkennen. Im übrigen Italien spiegeln die verschiedenen Grün- und Brauntöne Unterschiede in Vegetation, Landwirtschaft und anderen Arten der Landbedeckung wider.

Im Osten trennt das tiefblaue Wasser der Adria Italien von der Balkanhalbinsel, die teilweise im Bild zu sehen ist. Entlang der italienischen Ostküste fallen deutliche Farbunterschiede im Meer auf: Hier säumt helleres, blaues Wasser die Küste. Diese helleren Töne entstehen vermutlich durch Sedimente, die Flüsse ins Meer spülen und die entlang der Küste weitertransportiert werden.

Auf der Westseite Italiens umgibt das dunkle Wasser des Tyrrhenischen Meeres die gut erkennbaren Inseln Sardinien und Sizilien, während Korsika größtenteils unter Wolken liegt. Zusammen ergeben die kontrastreichen Farben von Land, schneebedeckten Bergen und umliegenden Meeren ein lebendiges Bild der vielfältigen Landschaft Italiens aus dem All.

Kanadische Arktis, aufgenommen von Sentinel-3C
Kanadische Arktis, aufgenommen von Sentinel-3C

Das zweite Bild, ebenfalls am 30. September vom Ozean- und Landfarbeninstrument aufgenommen, zeigt einen Teil des Kanadisch-Arktischen Archipels westlich von Grönland. Schnee- und eisbedeckte Inseln prägen die Szene, zerklüftete Küsten, tiefe Fjorde und freiliegender Fels bilden filigrane Muster. Zu dieser Jahreszeit hat das Meereis seine geringste Ausdehnung, doch einige zerbrochene Eisschollen treiben auf dem dunklen, offenen Wasser.

Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt. Dadurch schmelzen Landeis und Meereis rasch, was die Erwärmung über Rückkopplungseffekte weiter verstärkt. Die verschiedenen Instrumente von Sentinel-3 messen Eis auf unterschiedliche Weise und tragen so gemeinsam zu einem besseren Verständnis der empfindlichen Polarregionen bei.

Sentinel-3C zeigt die Flachwassergebiete der Karibik
Sentinel-3C zeigt die Flachwassergebiete der Karibik

Das dritte Bild, am 29. September ebenfalls vom Ozean- und Landfarbeninstrument aufgenommen, bietet einen spektakulären Blick auf einen Teil der Karibik, mit Kuba im Süden und den Bahamas im oberen Bildbereich. Die flachen Gewässer rund um die Inseln leuchten in herrlichem Türkis und heben sich vom dunkleren, tieferen Wasser des offenen Meeres ab.

Tief gelegene Inseln und Küstenregionen auf der ganzen Welt sind durch den Meeresspiegelanstieg bedroht. Das Radaraltimeter mit synthetischer Apertur von Sentinel-3 misst Höhenänderungen der Meeresoberfläche. So hilft es, den steigenden Meeresspiegel zu überwachen, und liefert Grundlagen für Klimaschutzmaßnahmen und Strategien zur Minderung der Folgen.

Meeresoberflächenhöhe, gemessen von Sentinel-3C
Meeresoberflächenhöhe, gemessen von Sentinel-3C

Die Karte zeigt Messungen der Meeresoberflächenhöhe über dem Atlantik und dem Mittelmeer durch das Radaraltimeter mit synthetischer Apertur von Sentinel-3C, verglichen mit der Multimissions-Meeresspiegelanomalie des Copernicus Marine Service. Die neuen Daten belegen, dass das Altimeter gut funktioniert und mit den bisherigen Messungen vergleichbar ist. Nach Abschluss der Inbetriebnahme wird das Altimeter dazu beitragen, Veränderungen der Meeresoberflächenhöhe weltweit zu überwachen, und damit die Langzeitdatenreihen von Missionen wie Copernicus Sentinel-6 und Jason ergänzen.

Dank hochpräziser Satellitenaltimetrie konnten Forschende bestimmen, wie schnell der globale Meeresspiegel steigt: im Schnitt um 3,64 mm pro Jahr seit 1999, und der Anstieg beschleunigt sich.

Das Altimeter wird außerdem Höhenänderungen von Seen, Flüssen, Meereis und Landeis messen und damit auch die künftige Copernicus-Mission CRISTAL ergänzen.

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Höhe des grönländischen Eisschilds, gemessen von Sentinel-3C
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Die Animation zeigt Messungen der Höhe des grönländischen Eisschilds, die Sentinel-3C zwischen dem 30. September und dem 4. Oktober aufgenommen hat. Die Messungen belegen, dass das Altimeter gut funktioniert: Alle Messspuren stimmen eng mit dem digitalen Referenz-Höhenmodell überein.

Höhenänderungen des grönländischen und des antarktischen Eisschilds zu beobachten, ist entscheidend, um die Folgen des Klimawandels zu verstehen, und vor allem, um Prognosen zum künftigen Meeresspiegelanstieg zu verbessern. Der Eisverlust der Eisschilde trägt erheblich zum Meeresspiegelanstieg bei, und die Satellitenaltimetrie ist ein wertvolles Mittel, um Veränderungen ihrer Oberflächenhöhe über die Zeit zu verfolgen.

Insgesamt bestätigen diese ersten Aufnahmen des Ozean- und Landfarbeninstruments und des Radaraltimeters mit synthetischer Apertur von Sentinel-3C schon früh die Leistungsfähigkeit des Satelliten. Sie sind ein wichtiger Schritt hin zum vollen operationellen Betrieb, der nach Abschluss der Inbetriebnahmephase beginnt.

Demnächst: die ersten Beobachtungen des Radiometers von Sentinel-3C, das die Temperatur von Meeres- und Landoberflächen misst. Bleiben Sie dran!

 

Über Sentinel-3
Sentinel-3 ist Teil von Copernicus, der Erdbeobachtungskomponente des EU-Weltraumprogramms. Bei den Sentinel-3-Satelliten ist die ESA für Entwicklung und Umsetzung der Satelliten sowie für den Betrieb bis zum Abschluss der Inbetriebnahme verantwortlich. Danach betreiben ESA und Eumetsat die Sentinel-3-Mission gemeinsam: Eumetsat ist für den routinemäßigen Satellitenbetrieb und die Bereitstellung von Meeres- und Atmosphärendaten zuständig, die ESA liefert Produkte zu Landflächen, Kryosphäre und Binnengewässern sowie Offline-Atmosphärenprodukte. Gemeinsam stellen die beiden Organisationen Nutzer:innen weltweit Missionsdaten und Dienste bereit.

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Sentinel-3 beobachtet die Erde
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